Archiv für die ‘Filme und Serien’-Kategorie

GET LAMP

25. August 2010

Juhu! Heute war Post aus Amerika im Briefkasten! Meine Version von “GET LAMP – a documentary about adventures in text” ist endlich angekommen. Nehm’ ich mit auf die Reise.

Inception

10. August 2010

Zweimal habe ich Inception bisher gesehen. Einmal auf Englisch. Hinten links im Kino. Dort, wo die Musik schön laut ist und die Dialoge so leise, dass man nur grob die Hälfte versteht. Einmal auf Deutsch. Danach dachte ich, ich hätte ihn verstanden. Alles war so schön klar und eindeutig. Nun, ein paar Tage später, ist meine Meinung über die Handlung aber doch wieder eine ganz andere. Die halte ich, mit jeder Menge Spoilern, nun fest. Für später.
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Frost/Nixon

23. März 2010

Frank Langella spielt Nixon nicht einfach nur, er ist Nixon. Diese, tja, Bühnenpräsenz möchte man fast sagen, ist einfach unglaublich. Er zeigt die Größe, das Charisma des elder statesman. Er zeigt die Zerbrechlichkeit des alten Mannes. Er bringt das Kunststück fertig, dass man diesen Mann gleichzeitig verachten möchte und Mitleid mit ihm hat.

Im Vorfeld hatte ich befürchtet, der Film könnte etwas langatmig werden, aber das war unberechtigt. Im Gegenteil, die schauspielerischen Leistungen hier sind derart famos, dass ich gerne noch ein paar mehr Interviewszenen gesehen hätte.

Public Enemies

22. März 2010

Warum spielt Christian Bale eigentlich so gerne die Rolle des humorlosen, verbiesterten Ordnungshüters? Wirklich funktionieren tut das ja nicht. Dass er in The Dark Knight gegen Heath Ledger einigermaßen blass aussieht, ist ja noch verzeihlich. In Terminator: Salvation wird er dem bisher aufgebauten Bild des charismatischen Anführers John Connor aber ebenfalls kaum gerecht und lässt sich von Sam Worthington praktisch die Hauptrolle nehmen.

Nun in Public Enemies scheitert er nicht mal an einem Kollegen, denn Johnny Depp findet “seinen” Dillinger auch nicht so recht. Er scheitert an sich selbst und an einem unausgegorenen Drehbuch, das mehr Logiklöcher als gute Dialoge zu bieten hat. Und das bei einem Film, der zumindest zum Teil auf einer wahren Geschichte beruht.

Ein brauchbarer Film für einen DVD-Abend ist Public Enemies trotzdem, aber ich bedauere ganz sicher nicht, ihn damals im Kino verpasst zu haben.

Das weiße Band

11. März 2010

Das weiße Band

Vor drei Tagen habe ich Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte endlich gesehen. Er geht mir nicht aus dem Kopf.

Der Film spielt in einem kleinen Dorf in Norddeutschland, kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges. Der Dorflehrer als Ich-Erzähler schildert die “seltsamen Ereignisse, die sich in unserem Dorf zugetragen haben”, weil sie seiner Meinung nach “ein erhellendes Licht” auf “manche Vorgänge in diesem Land” werfen könnten. Das erscheint erst einmal unwahrscheinlich, weil nur wenige Handlungszweige das Dorf jemals hinter sich lassen. Letztendlich schafft der Film aber genau das.

Das weiße Band handelt von Autorität und Bestrafung und transportiert das auf trostlose und beklemmende Art und Weise. Bilder in schwarzweiß, mit langen Einstellungen aus festen Kamerawinkeln, mit nur wenigen Kamerafahrten oder Schwenks, vermitteln ein Gefühl der Enge. Zeitlich ausgedehnte Szenen mit wenigen oder manchmal gar keinen Worten. Nur Stille. Ebenso wichtig wie das, was gesagt und gezeigt wird, ist hier, was nicht gezeigt und von allen verschwiegen wird… Aber ich möchte nicht zu viel verraten, weil ich denke, dass Das weiße Band mit Abstand am eindrucksvollsten ist, wenn man nicht schon feuilletonverdorben vor dem ersten Anschauen weiß, was einen erwartet.

Alice im Wunderland

5. März 2010

Alice im WunderlandEin neuer Tim Burton, natürlich wieder mit Johnny Depp, Helena Bonham Carter und Danny Elfman im Gepäck. Elfman gibt den Ton vor: sein Soundtrack klingt zu keinem Zeitpunkt nach mehr als Fließbandarbeit; ich höre hier nichts, was ich nicht in unzähligen älteren Elfman-Soundtracks bereits gehört hätte.

Mit dem Rest des Films ist es leider ähnlich. Das Wunderland sieht zwar nach Burton aus, aber es wirkt leblos, zu sehr wie digitale Kulisse. Handgemachte Kulissen passen zu Burtons Flair einfach besser als CGI. Schade, dass er selbst das anscheinend nicht so sieht.

Und die Figuren? Carrolls Vorlage enthielt verrückte Charaktere, derer man sich nie so ganz sicher sein konnte. Burtons Figuren haben bestenfalls einen kleinen Sprung in der Schüssel, bleiben davon abgesehen aber blaß. Sofort ist klar, wo jeder steht.

Wo ist die Gefahr? Wo ist das Wundersame? Wo ist das Geheimnis?

The Dark Knight

31. August 2008

The Dark KnightBurtons Batman mit seinem düsteren, romantisch-melanchonischen Flair habe ich geliebt. Christopher Nolans The Dark Knight ist anders, ist zwar immer noch düster, ansonsten aber vor allem kalt und überfrachtet. Man opfert erst viel Leinwandzeit für einen chinesischen Geschäftsmann, der im späteren Verlauf der Handlung überhaupt keine Rolle mehr spielt. Batmans Ausflug nach Hong Kong ist nicht nur dramaturgisch unnötig, sondern zerstört vor allem den Mythos von Gotham City, einer Stadt, die immer symbolisch für die Großstädte dieser Welt stand. Wie schnell es dem Joker gelingt, aus Harvey Dent Two-Face zu machen, ist völlig unglaubwürdig, wie überhaupt die Figur des Two-Face in The Dark Knight geradezu verschleudert wird. Ob Joker oder Two-Face, beide Antagonisten werden auf effektive, aber bemerkenswert langweilige Weise zur Strecke gebracht. Ebenso lässt sich Christian Bales Verkörperung des Titelhelden beschreiben: effektiv, aber langweilig. Eine mysteriöse oder gar tragische Figur ist Batman hier keine Sekunde. Was auch an der ungleichen Verteilung der schauspielerischen Fähigkeiten liegt. Neben Heath Ledger als Joker beeindrucken vor allem Morgan Freeman, Michael Caine und Gary Oldman, die aber lediglich Randfiguren spielen. Bale, Eckhart und Gyllenhall bleiben blass.

Was mir an dem Film allerdings am wenigsten gefällt, ist seine Aussage, dass harte Zeiten einen Dunklen Ritter erfordern, der munter durch die Gegend foltert und die Handynetze einer ganzen Stadt überwacht. Was mir nicht gefällt, ist die zum Schluss getroffene Aussage, dass die Wahrheit manchmal nicht gut genug für die Menschen sei. Was kann einem das als Zuschauer eigentlich nur sagen? Dass in Extremsituationen, also im Angesicht terroristischer Bedrohungen, ein Überwachungsstaat, der seine Bürger belügt und Verdächtige foltern lässt, in Ordnung geht, ja sogar notwendig ist?

Indiana Jones IV

23. Mai 2008

indy.pngWas sollte der ganze Alien-Kram? Wir kamen aus dem Kino und Jakob stellte fest: “Also die anderen Star-Wars-Teile fand ich besser.” Da hat er nicht Unrecht. Was sollte die CGI an allen Ecken und Enden? Gibt es eine einzige Szene in dem Film, die nicht digital überarbeitet wurde? Und warum in so mieser Qualität? Da wäre zum Beispiel die Autoverfolgungsjagd entlang eines Klippenrandes. Macht in MotorStorm auf der PS3 mehr Spaß und sieht auch noch besser aus. Und schließlich: Was sollte Shia LaBöff? Wenn man schon einen Harrison-Ford-Nachfolger installieren muss, um die Franchise am Leben zu erhalten, muss das dann so aufdringlich geschehen und könnte der Ford-Ersatz nicht wenigstens jemand sein, der Ford auch nur ansatzweise das Wasser reichen kann?

Schade um die Handvoll Szenen, in denen das alte Indy-Feeling durchaus nochmal rüberkommt.

Michael Clayton

4. März 2008

Michael ClaytonNach vielen Wochen, in denen kaum irgendetwas Brauchbares im Kino lief, schmeißt man uns im Moment geradezu zu mit guten Filmen. I’m not there, Juno, There will be Blood, Sweeney Todd, No Country for Old Men, Trip to Asia, selbst Der Krieg des Charlie Wilson. Und wir gehen ausgerechnet in Michael Clayton.

Den Trick, zu Beginn die entscheidende Wendung des Films nur in Ausschnitten zu zeigen, damit viele Fragen aufzuwerfen, dann den eigentlichen Film hindurch in einer einzigen gewaltigen Rückblende die Wissenslücken des Zuschauers zu füllen und zum Schluss die Szenen des Anfangs um ein paar letzte Puzzlestücke zu ergänzen, den Trick haben wir nun wirklich schon tausend Mal gesehen. Häufig besser als hier. Denn eine der Fragen, die Michael Clayton von Beginn an aufwirft, ist: “Was soll daran spannend sein?”

There Will Be Blood

26. Februar 2008

There Will Be BloodEin neuer Film von Paul Thomas Anderson. Endlich! Viel zu viel Zeit ist seit Magnolia vergangen. Das Einzige, was There Will Be Blood freilich mit P.T.A.s früherem Mammutwerk gemein hat, ist die Überlänge. Denn im Gegensatz zu seinen bisherigen Ensemblefilmen dreht sich There Will Be Blood kompromisslos um eine einzige Person: Daniel Plainview, einen Mann auf der Jagd nach Öl, gespielt von Daniel Day-Lewis.

Magnolia schloss mit Aimee Manns Song Save Me: ” If you could save me, From the ranks of the freaks Who suspect they could never love anyone.” Plainview ist so eine Person. Der Hass auf seine Mitmenschen treibt ihn an. Glücklich wird er nicht durch Erfolg, sondern dadurch, dass allen anderen der Erfolg verwehrt bleibt. Gewinnen ist nicht wesentlich, er kann mit seinem Gewinn nicht einmal etwas anfangen. Wesentlich ist vor allem, dass die anderen verlieren!

Über 158 Minuten beschäftigt sich der Film in aller Ausführlichkeit mit Plainview, doch trotzdem bleibt der “Ölmann” bis zuletzt ein Rätsel. Zur Liebe scheint er unfähig. Nicht nur basiert sein Umgang mit seinem Adoptivsohn im Grunde nur auf Kosten-Nutzen-Rechnungen. Die Filmhandlung erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte, aber es gibt zu keinem Zeitpunkt Anzeichen dafür, dass Plainview Kontakt zum oder irgendeine Art von Interesse am weiblichen Geschlecht hat.

Dieses Motiv von Hass als Triebfeder funktioniert nicht nur dank Day-Lewis’ herausragendem Schauspieltalent. Transportiert wird das Motiv zu einem erheblichen Teil durch die Musik. Was Johnny Greenwood da geschrieben hat, ist schief, brutal, verbissen, gewalttätig und tut weh in den Ohren. Es strotzt vor Kraft und Aggressivität.