Unsere Erde
8. Februar 2008
Alastair Fothergills beeindruckende Dokumentationsreihe kommt, auf anderthalb Stunden verdichtet, nun endlich ins Kino. Auf die ganz große Leinwand. Zu sehen bekommt man im wesentlichen eine ausgedehnte Fassung von Von Pol zu Pol, der Pilotfolge der Serie. Langweilig wird das aber auch für diejenigen nicht, die die Reihe inzwischen in- und auswendig kennen, denn es gibt genügend neues Material zu sehen.
Für alle anderen ist der Besuch sowieso Pflicht. Zu sehen bekommt man Eisbären, die aus dem Winterschlaf erwachen, Vogelschwärme, die den Himalaya überfliegen, Wölfe, die Karibus jagen, Löwen, die in einem riesigen Rudel – man glaubt es kaum – einen Elefanten erlegen. Man sieht Amurleoparden, von denen es in freier Wildbahn nur noch rund 40 Exemplare gibt. Vor allem aber sieht man jede Menge traumhaft schöner, teils geradezu bizarrer Landschaften, vom ewigen Eis bis zum Dschungel am Amazonas.
Vierzig Kamerateams waren vier Jahre unterwegs, an 206 Drehorten in sechzig Ländern. Über vierzig Millionen Euro kostete das Projekt, rund tausend Stunden Filmmaterial brachten die Teams mit nach Hause. Das reichte nicht nur für eine komplette Fernsehserie, die besten Szenen haben sich Fothergill und Mark Linfeld eindeutig für den Kinofilm aufgehoben. Die musikalische Untermalung stammt wie schon bei Deep Blue von George Fenton und den Berliner Philharmonikern. Aber auch wenn sie diesmal nicht ganz so dick auftragen wie in der tiefblauen Unterwasserdokumentation, ein bisschen zu viel des Guten ist es doch. Die Einspielung des BBC Symphonie Orchestra für die Fernsehserie gefiel mir besser, unterstützte sie doch unaufgeregt die Bilder, ohne zu versuchen, ihnen die Show zu stehlen. Dazu kommt, dass sich der deutsche Sprecher in der Kinoversion leider als Nervensäge entpuppt.
Fazit: Zuerst den Film sehen. Die Serie wird man danach eh sehen wollen.
Warum genau entfernt man sich in der zweiten Filmhälfte von I am Legend eigentlich immer weiter von Mathesons literarischer Vorlage – nicht, dass ich die gelesen hätte, aber schon grob deren Inhalt zu kennen, reicht, um der inzwischen dritten Verfilmung jede unnötige, große Logiklöcher hinterlassende Änderung dick anzukreiden -, nur um uns schließlich – Achtung, Spoiler! – ein typisch hollywoodeskes Friedefreudeeierkuchenende zu präsentieren, bei dem – noch mehr Spoiler! – der Held sein Leben für das Vaterland gibt und – Big Spoiler! – zwei Drittel der Filmhandlung nachträglich zur göttlichen Fügung verklärt werden?
Zwei Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, ein pensionierter Lehrer und ein Bankräuber, lernen sich durch Zufall in einer Apotheke kennen. Innerhalb weniger Tage entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen ihnen, trotz oder vielleicht gerade wegen der Gegensätze, denn jeder entdeckt am Anderen Dinge, die er in seinem eigenen Leben vermisst.
Ein grandioser Film, vor allem dank Cate Blanchett – das war Elizabeth. Zwar nahm sich Regisseur Shekhar Kapur schon damals einige Freiheiten heraus, so dass wir William Cecil, der bis zu seinem Tode zu den zuverlässigsten Beratern Elizabeths zählte, in The Golden Age nicht mehr zu sehen bekommen, weil er im ersten Teil historisch inkorrekt in den Ruhestand geschrieben wurde. Nun geht Kapur allerdings noch deutlich weiter.
Da ist er also, der Fantasyfilm dieses Winters. Die gute Nachricht zuerst: Es kommen keine Orks, Elfen und Zwerge drin vor. Dafür allerdings ein paar unmotiviert wirkende Hollywood-Stars. Daniel Craig und Eva Green haben glücklicherweise nur Kurzauftritte, Sam Elliott spielt halt wieder den Cowboy und Nicole Kidman versucht, böse zu sein. Würde überzeugender wirken, wäre Michelle Pfeiffer nicht kürzlich in Stardust viel, viel böser gewesen. Dakota Blue Richards, die kleine Hauptdarstellerin, spielt den Rest der Truppe an die Wand.