Archiv für die ‘Im Netz’-Kategorie

Immer diese Spiele-Weblogs

16. März 2010

Christoph gibt’s jetzt auch auf polyneux.de.

Keine Ahnung, wie ich das auf lange Sicht handhaben werde. Ich hätte gerne alles, was ich so verfasst habe, auf Dauer auch in meiner Hand, sprich auf meinem Webspace und auf meiner Festplatte. Da ich fauler Sack immer noch nicht alles Lesenswerte aus der d-frag-Zeit hier ins Bass-Blog übertragen habe, weil das einfach höllisch Arbeit macht, fahre ich diesmal wohl von Anfang an zweigleisig.

Bedeutet bis auf Widerruf, dass meine Artikel für polyneux auch hier im Blog landen. Der Vollständigkeit halber. Allerdings mit gesperrten Kommentaren, die Diskussion läuft drüben.

Status-Update

6. Januar 2010

Heute mal schnell WordPress 2.9 und ein neues Theme über die alte Installation gebügelt. Grund: Ein neues Handy. Für Nokias N900 gibt’s zu meiner Überraschung mit MaStory einen hübsch anzuschauenden WordPress-Client und ich muss doch wissen, ob der brauchbar ist. Nein, gelogen, muss ich nicht: für das letzte Jahr haben’s kurze Statusmeldungen bei Facebook schließlich auch getan. Mein Bedürfnis, mich online mitzuteilen, war auch schon mal größer. Nachteil der Update-Aktion: Bens schönes Semantic-Weblog-Modul will nicht mehr. Es ist still gestorben, ohne Fehlermeldungen, aber eben auch ohne wie bisher Film-, Videospiel-, und Bücherlisten auf den Archivseiten auszugeben. Schade.

Kleingeldprinzessin

20. Mai 2008

dota.pngGegen Ende des letzten Monats mussten wir anlässlich des Tages des Geistigen Eigentums diesen unsäglichen offenen Brief “teilweise prominenter Künstler” ertragen, der mit folgenden Sätzen schloss:

Denn während etablierte Künstler noch von der Erfolgen der Vergangenheit zehren können, trifft die Internetpiraterie vor allem junge Nachwuchstalente. Langfristig wird so die kulturelle und kreative Vielfalt in unserem Land abnehmen und wir verspielen eine unserer wichtigsten Zukunftsressourcen.

Witzigerweise wurde genau einen Tag zuvor im Fudder in Freiburg ein Interview mit Dorothea Kehr veröffentlicht. Die Kleingeldprinzessin und ihre Stadtpiraten-Band, deren CDs ohne Beihilfe der Musikindustrie ausschließlich im eigenen Verlag erscheinen, lassen sich mit Leichtigkeit unter “junge Nachwuchstalente” und “kulturelle und kreative Vielfalt” einordnen. Anlässlich ihrer neu erschienenen CD In anderen Räumen ließen sich piraterieorientierte Fragen nicht völlig vermeiden.

Du verlegst dich selbst...

…ja, alles im eigenen Verlag.

…und ich meine gelesen zu haben, dass es dich nicht stört, wenn Leute deine CDs brennen. Stimmt das?

Ich habe ein etwas schizophrenes Verhältnis dazu. Bei den alten Platten stört es mich nicht, denn ich bin froh, wenn die Musik gehört wird. Man merkt das auch bei Konzerten. In Städten, wo wir noch nie gespielt haben, kommen erstaunlich viele Menschen, die offensichtlich die CDs schon kannten. Die werden sie nicht alle im Versandhandel bestellt haben. Bei der neuen CD habe ich aber immer Angst und will überhaupt nicht, dass die Leute das brennen, weil ich alles selbst finanziere. Bevor sich die Kosten nicht wieder eingespielt haben und ich die Möglichkeit habe, eine neue CD zu machen, hoffe ich immer, dass sie nicht im Internet auftaucht.

Natürlich kaufen auch viele Leute die CDs. Ich denke, es trägt auch dazu bei, dass die Leute wissen, dass ich nicht ein riesiges Label im Rücken habe und die ganze Musikindustrie dranhängt. Das wollen viele unterstützen. Bis jetzt funktioniert das, und wenn die Leute CDs brennen, dann ist das auch okay. Ich brenne für Freunde nur CDs, die mir gefallen. Ich empfinde das auch als Ehre.

Ich empfinde es als Ehre, Musik, die mir gefällt, weiterzuempfehlen. In anderen Räumen kenne ich noch nicht, aber das etwas ältere Live-Album Taschentöne ist genau mein Ding. Musikbeispiele gibts auf der Prinzessin MySpace-Seite.

Wir armen Künstler

25. April 2008

Oh Gott, inzwischen gibt es Tage für alles! Sogar einen Tag des Geistigen Eigentums. Der ist morgen und vermutlich der erste Tag für etwas, das es gar nicht gibt. Seine Daseinsberechtigung ist es, Anlass zu geben für Werbekampagnen wie den heute erschienenden offenen Brief von zweihundert “teilweise prominenten Künstlern” (herrlich: heise.de) an die Bundeskanzlerin. Der Brief ist Blödsinn vom ersten bis zum letzten Satz, ein Armutszeugnis für die Unterzeichnenden. Mich enttäuschen in der langen Liste speziell Wolfgang Rihm und Thomas Quasthoff.

Den am fettesten gedruckten Satz aus der Anzeige hier noch einmal zum LangsamaufderZungezergehenlassen:

Dahinter verbirgt sich die Erkenntnis, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft schon heute und vor allem in Zukunft Motor für Wachstum und Wohlstand ist.

Eines der Kernelemente unserer Gesellschaft, dass wir den Wert von Dingen nur noch am Zahlenwert vor dem Eurozeichen festmachen? Dass selbst Kultur heute Wirtschaft sein muss, um ernstgenommen zu werden? Den Satz “Musik ist Motor für Wachstum und Wohlstand” werde ich wohl trotzdem nicht oben in den Zitatemixer einfügen.

Semantic Weblog

8. März 2008

Adobe Photoshop LightroomWenn Ben drüben bei Anmut und Demut erklärt, wie das Semantic Weblog funktioniert, wird mir schwindlig. Topic Maps, Occurrences, Associations, Ontologien, wow! Trotzdem habe ich das Gefühl, dass die ganze Thematik abseits der Fachbegriffe so kompliziert vielleicht gar nicht ist. Um einen Gedanken dazu in den Raum zu werfen:

Das Semantic Weblog ist die Bibliothek in Adobes Photoshop Lightroom, nur für Blogpostings anstatt Bildern. (mehr…)

Raus mit den Daten

28. Februar 2008

Weil es bei SpOn viel zu schnell in den unteren Bereichen der Startseite verschwunden ist: Das Interview mit StudiVZ-Geschäftsführer Markus Riecke ist überaus lesenswert. Besonders die Abschnitte zum Datenschutz.

Riecke: … Das Telemediengesetz verbietet uns, ohne Zustimmung der Nutzer Nutzungsdaten zu speichern. So hat der BGH vorigen Herbst entschieden. Die Kripo- und LKA-Beamten verlangen aber genau diese Daten von uns, die wir laut Datenschützern nicht speichern dürfen. Deshalb haben wir die Nutzer der Speicherung der Nutzungsdaten zustimmen lassen.

SPIEGEL ONLINE: Konkret: Zu Ihnen kommt ein Staatsanwalt mit 30 Fotos aus StudiVZ-Profilen, die Leute anscheinend beim Kiffen zeigen. Er verlangt Klarnamen zu den Profilen und allen Kommentaren. Was machen Sie?

Riecke: Gott sei Dank dürfen wir bei Ermittlungsersuchen solche Daten nun herausgeben.

Zugegeben, die Fragestellung ist hinterhältig. Es gibt, wie man als Reaktion im StudiVZ-Blog Klartext schreibt, genügend Fälle, in denen die Herausgabe von Daten an Ermittlungsbehörden sinnvoll und notwendig ist. Cannabiskonsum gehört allerdings nicht dazu. Klartext schreibt deshalb:

Dass wir Bilder und Daten an die Polizei geben, weil Ihr Euch darauf ein Tütchen ansteckt, ist komplett erfunden und gelogen.

Erlogen hat es allerdings nicht SpON, sondern der eigene Geschäftsführer, der sich öffentlich gefreut hat, dank der neuen Datenschutzvereinbarung Nutzerdaten unreflektiert an Ermittlungsbehörden weiterreichen zu können, selbst wenn keine Straftat vorliegt, obwohl er eben gerade dank der neuen Datenschutzvereinbarung solche Daten nur herausgeben darf, “wenn und soweit dies erforderlich ist zur Abwehr von Gefahren für die staatliche und öffentliche Sicherheit sowie zur Verfolgung von Straftaten.” (StudiVZ)

“Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie sauer wir über diese Art der Berichterstattung sind.” (Klartext)

Doch, kann ich. Mich ärgern die eigenen Dummheiten auch immer am meisten.

Orchestermusiker entdecken Weblogs

13. Februar 2008

“Das Orchester” ist eine Zeitschrift für Orchesterkultur, die man als Musiker und Gewerkschaftsmitglied quasi automatisch bezieht, die wegen der Stellenanzeigen überwiegend von Musikstudenten konsumiert wird und die praktisch alles enthält, was für Orchestermusiker irgendwie von Interesse sein könnte. Von Interesse sind seit der aktuellen Ausgabe auch Weblogs.

Wie kommts? Durch das Blog Orchestermusikerin – Über das Leben mit der brotlosen Kunst… , in dem eine Trompeterin seit etwa einem Jahr über ihr Leben im Orchestergraben berichtet. Gretchens humorvoll geschriebene Berichte lese ich schon seit geraumer Zeit sehr gerne, denn irgendwie enthalten sie immer einen wahren Kern, auch wenn sie teilweise fiktional oder zumindest geschickt ausgeschmückt sind. So wie ich meinen Berufsstand kenne, sind wahrscheinlich gerade die beklopptesten Geschichten diejenigen, die sich tatsächlich so zugetragen haben.

Ein bisschen neidisch bin ich zugegebenermaßen, tut Gretchen in ihrem Blog doch gerade das, was ich hier im Bass-Blog auch gerne tun würde. Nur ist “Gretchen” eben ein Pseudonym. Wer weiß, in welchem Orchester sie tatsächlich spielt und welche ihrer Geschichten stimmen und welche nicht? Würde ich in größerem Stile Anekdoten aus meinem Berufsleben berichten, wäre erstens sowieso immer klar, dass sie aus dem Gewandhausorchester stammen, und anhand unserer Spielpläne und zeitlicher Zusammenhänge könnte man allzu oft als Besucher auch rekonstruieren, über welchen Dirigenten, Solisten oder Komponisten gerade gelästert wird. Nicht gut. Dabei pflegt das Gewandhausorchester durchaus einen eigenen, rauen und etwas bissigen Humor, der manchmal der Konservierung wert wäre. Wenn mal wieder über einen altersschwachen Dirigenten Kommentare der Marke “Der hat Stonehenge noch ohne Steine gesehen” fallen, wird das aber auch in Zukunft wohl eher nicht hier zu lesen sein. Es sei denn, jemandem von euch fällt eine elegante Lösung für dieses Dilemma ein.

Wie dem auch sei, Rüdiger Behschmitts kompletten Bericht unter dem Titel Orchestermusiker? – LOL! gibts auch online.

Gleichheit der Chancen

13. Januar 2008

Web 2.0 wäre ja auch keine richtige Revolution,
wenn sie ihre Kinder nicht fräße.

So schrieb Gerald Himmelein im Editorial der aktuellen c’t 02/08 und brachte mich damit auf die hervorragende Idee, Georg Büchners Dantons Tod noch einmal zu lesen. Der Text, der diesem wunderschönen Schlusssatz vorausging, handelt zum größten Teil von Weblogs und ist leider nicht ganz so schön. Oder auch nur zutreffend. (mehr…)

Rückblick 2007

31. Dezember 2007

d-frag.deEin angenehmes Jahr war das, mit vielen schönen Momenten, auch wenn sich gegenüber dem Vorjahr nicht so wahnsinnig viel verändert hat. Fünfundachzig Prozent. Für die nächste Staffel wünschen wir uns allerdings etwas mehr Innovation. Tatsächlich scheinen die letzten Folgen von 2007 schon nahezulegen, dass 2008 actionlastiger werden könnte.

Was unsere kleine Hobbyspielwiese angeht: Für d-frag.de war 2007 insgesamt eine erstaunlich gute Zeit, wenn man die Umstände bedenkt. An Lesern mangelte es uns jedenfalls nicht. Die meisten Besucher

  • pro Tag hatten wir am 04. Dezember 2007
  • pro Woche kamen in der 49. Kalenderwoche 2007
  • pro Monat hatten wir – richtig! – im Dezember 2007
  • pro Jahr begrüßten wir 2007 – mehr als doppelt so viele wie 2006

Klar, die Tages- und Wochenrekorde verdanken wir Frontal21 und Dittmayers YouTube-Video, nicht besonders kreativer Eigenleistung. Aber generell wurde das Wenige, das bei uns erschienen ist, von vielen gelesen und ausgiebig kommentiert. Vielen Dank dafür!

Das Ziehen der Notbremse war leider dennoch erforderlich. Vielleicht setzt die Gefährdung des Fortbestands des Magazins ja endlich genug Kraft und Motivation bei allen Beteiligten frei, um die Seite wieder auf einen guten Weg zu bringen, anstatt sie einfach auf Autopilot weiterfahren zu lassen. Groß ist die Hoffnung aber nicht. Man kennt ja die Trägheit der Masse.

Nachsendeauftrag

5. Dezember 2007

Activision ist das neue Blizzard, Leopard der neue Tiger, UT3 das neue UT2004, Vista das kaputte XP und bass-blog.de ist ab sofort das neue chrwinkler.de. Hat den großen Vorteil, dass man den Namen jetzt aussprechen kann, ohne sich die Zunge zu brechen.