Wenn es um Videospiele geht, neigt jeder von uns bestimmten Genres zu. Kaum jemand spielt querbeet alles. Aber warum ist das so? Was gibt einem das Lieblingsgenre, was einem alle anderen nicht geben? Einfache Frage, auf die jeder Spieler eine nur auf ihn passende, einfache Antwort hat. Spannend wird es dann, wenn sich die Präferenzen kurzzeitig verschieben.
Momentan spiele ich fast ausschließlich Autorennspiele. Wenn überhaupt. Colin McRae Rally, RACE 07, Gran Turismo 5 Prologue. Fühlt sich wahnsinnig gut und richtig an zur Zeit. Trotzdem weiß ich, dass das kein gutes Zeichen ist. Rennspielphasen hatte ich schon häufiger, und rückblickend betrachtet würde ich keine davon zu den Höhepunkten meines Lebens zählen. Also: Warum spiel ich das, gerade, im Moment, obwohl ich sonst eher der Spezialist für Adventures und epische Rollenspiele bin? Was gibt mir das, mit meinem virtuellen Peugeot im strömenden Regen durch kurvenreiche Schlammpisten zu pflügen, die kaum so breit sind wie mein Wagen?
Ein Gefühl von Kontrolle.
Das ist es, im wesentlichen. Es gibt das Auto, die Strecke und mich. Wenn ich schnell und unfallfrei das Ziel erreiche, dann weil ich Auto und Strecke beherrsche. Und damit die Situation. Ich hätte gerne wieder die Kontrolle über mein Leben, hätte gerne wieder das Gegenteil von dem Gefühl, mit verbundenen Augen einen Truck mit vier platten Reifen über Glatteis zu fahren. Für den Anfang wäre ich ja schon zufrieden, wenn mir jemand die Augenbinde abnähme, damit ich wenigstens erkennen kann, wohin die Reise geht.