Sag mir, wer du bist
18. Mai 2008Nur ein kleiner Absatz in Fabers aktuellem Wochenrückblick, der mich aber nachhaltig erschreckte: Die Schülertickets in Köln enthalten RFID-Chips?
Neugierigen Schülern zeigte eine Fahrkartenkontrolleurin, wie toll und einfach das kontaktlose Auslesen der Karte nunmehr funktioniert, wenn Name, Geburtsdatum, Adresse und die besuchte Schule auf dem Display auftauchen.
Und das, nachdem man bei den Kölner Verkehrsbetrieben erst abstritt, solche Funkchips zu verwenden. Nun erklärt man immerhin, die Chips wären hochsicher und nur über eine Distanz von maximal zwanzig Zentimetern auszulesen. Das ist total beruhigend, weil es natürlich völlig unmöglich ist, in überfüllten Bussen bis auf zwanzig Zentimeter an die Brieftasche eines Schülers heranzukommen.
Unfassbar, dass es rein nach Gesetz offenbar in Ordnung geht, Chips in seine Tickets zu integrieren, die munter persönliche Daten durch die Gegend funken, ohne dass man seine Kunden auf diesen Umstand hinweisen müsste. Unser aller Innenminister ist vermutlich zu sehr mit der Einrichtung seiner neuen Bundesabhörzentrale beschäftigt, damit er alle durch die wachsenden technischen Möglichkeiten verfügbaren Informationen auch sicher bekommt, als dass er sich darum kümmern könnte, dass die wachsenden technischen Möglichkeiten nicht immer größere Löcher in die Überreste dessen reißen, was einmal Datenschutz und Privatsphäre gewesen.
