Das weiße Band

Das weiße Band

Vor drei Tagen habe ich Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte endlich gesehen. Er geht mir nicht aus dem Kopf.

Der Film spielt in einem kleinen Dorf in Norddeutschland, kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges. Der Dorflehrer als Ich-Erzähler schildert die “seltsamen Ereignisse, die sich in unserem Dorf zugetragen haben”, weil sie seiner Meinung nach “ein erhellendes Licht” auf “manche Vorgänge in diesem Land” werfen könnten. Das erscheint erst einmal unwahrscheinlich, weil nur wenige Handlungszweige das Dorf jemals hinter sich lassen. Letztendlich schafft der Film aber genau das.

Das weiße Band handelt von Autorität und Bestrafung und transportiert das auf trostlose und beklemmende Art und Weise. Bilder in schwarzweiß, mit langen Einstellungen aus festen Kamerawinkeln, mit nur wenigen Kamerafahrten oder Schwenks, vermitteln ein Gefühl der Enge. Zeitlich ausgedehnte Szenen mit wenigen oder manchmal gar keinen Worten. Nur Stille. Ebenso wichtig wie das, was gesagt und gezeigt wird, ist hier, was nicht gezeigt und von allen verschwiegen wird… Aber ich möchte nicht zu viel verraten, weil ich denke, dass Das weiße Band mit Abstand am eindrucksvollsten ist, wenn man nicht schon feuilletonverdorben vor dem ersten Anschauen weiß, was einen erwartet.

2 Kommentare zu “Das weiße Band”

  1. ben_

    Kuhl. Das klingt, als wäre es brandaktuell.

  2. Chris

    Die Mechanismen, die der Film beschreibt, funktionieren ganz generell, nicht nur auf die Zeit oder den Ort beschränkt, an denen der Film tatsächlich spielt.

    Wundert mich ja, dass du ihn noch nicht gesehen hast. Du bist doch der Cineast von uns beiden. :)

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