The Dark Knight
Burtons Batman mit seinem düsteren, romantisch-melanchonischen Flair habe ich geliebt. Christopher Nolans The Dark Knight ist anders, ist zwar immer noch düster, ansonsten aber vor allem kalt und überfrachtet. Man opfert erst viel Leinwandzeit für einen chinesischen Geschäftsmann, der im späteren Verlauf der Handlung überhaupt keine Rolle mehr spielt. Batmans Ausflug nach Hong Kong ist nicht nur dramaturgisch unnötig, sondern zerstört vor allem den Mythos von Gotham City, einer Stadt, die immer symbolisch für die Großstädte dieser Welt stand. Wie schnell es dem Joker gelingt, aus Harvey Dent Two-Face zu machen, ist völlig unglaubwürdig, wie überhaupt die Figur des Two-Face in The Dark Knight geradezu verschleudert wird. Ob Joker oder Two-Face, beide Antagonisten werden auf effektive, aber bemerkenswert langweilige Weise zur Strecke gebracht. Ebenso lässt sich Christian Bales Verkörperung des Titelhelden beschreiben: effektiv, aber langweilig. Eine mysteriöse oder gar tragische Figur ist Batman hier keine Sekunde. Was auch an der ungleichen Verteilung der schauspielerischen Fähigkeiten liegt. Neben Heath Ledger als Joker beeindrucken vor allem Morgan Freeman, Michael Caine und Gary Oldman, die aber lediglich Randfiguren spielen. Bale, Eckhart und Gyllenhall bleiben blass.
Was mir an dem Film allerdings am wenigsten gefällt, ist seine Aussage, dass harte Zeiten einen Dunklen Ritter erfordern, der munter durch die Gegend foltert und die Handynetze einer ganzen Stadt überwacht. Was mir nicht gefällt, ist die zum Schluss getroffene Aussage, dass die Wahrheit manchmal nicht gut genug für die Menschen sei. Was kann einem das als Zuschauer eigentlich nur sagen? Dass in Extremsituationen, also im Angesicht terroristischer Bedrohungen, ein Überwachungsstaat, der seine Bürger belügt und Verdächtige foltern lässt, in Ordnung geht, ja sogar notwendig ist?
4. September 2008 um 16:53 Uhr
“Dass in Extremsituationen, also im Angesicht terroristischer Bedrohungen, ein Überwachungsstaat, der seine Bürger belügt und Verdächtige foltern lässt, in Ordnung geht, ja sogar notwendig ist?” – Na das ist ja leider nicht nur ne Meinung sondern angewandte Praxis.