There Will Be Blood
Ein neuer Film von Paul Thomas Anderson. Endlich! Viel zu viel Zeit ist seit Magnolia vergangen. Das Einzige, was There Will Be Blood freilich mit P.T.A.s früherem Mammutwerk gemein hat, ist die Überlänge. Denn im Gegensatz zu seinen bisherigen Ensemblefilmen dreht sich There Will Be Blood kompromisslos um eine einzige Person: Daniel Plainview, einen Mann auf der Jagd nach Öl, gespielt von Daniel Day-Lewis.
Magnolia schloss mit Aimee Manns Song Save Me: ” If you could save me, From the ranks of the freaks Who suspect they could never love anyone.” Plainview ist so eine Person. Der Hass auf seine Mitmenschen treibt ihn an. Glücklich wird er nicht durch Erfolg, sondern dadurch, dass allen anderen der Erfolg verwehrt bleibt. Gewinnen ist nicht wesentlich, er kann mit seinem Gewinn nicht einmal etwas anfangen. Wesentlich ist vor allem, dass die anderen verlieren!
Über 158 Minuten beschäftigt sich der Film in aller Ausführlichkeit mit Plainview, doch trotzdem bleibt der “Ölmann” bis zuletzt ein Rätsel. Zur Liebe scheint er unfähig. Nicht nur basiert sein Umgang mit seinem Adoptivsohn im Grunde nur auf Kosten-Nutzen-Rechnungen. Die Filmhandlung erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte, aber es gibt zu keinem Zeitpunkt Anzeichen dafür, dass Plainview Kontakt zum oder irgendeine Art von Interesse am weiblichen Geschlecht hat.
Dieses Motiv von Hass als Triebfeder funktioniert nicht nur dank Day-Lewis’ herausragendem Schauspieltalent. Transportiert wird das Motiv zu einem erheblichen Teil durch die Musik. Was Johnny Greenwood da geschrieben hat, ist schief, brutal, verbissen, gewalttätig und tut weh in den Ohren. Es strotzt vor Kraft und Aggressivität.
27. Februar 2008 um 20:01 Uhr
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Regie und Drehbuch: Paul Thomas Anderson
Darsteller: Daniel Day-Lewis
Musik: Jonny Greenwood
(Brahms, Arvo Pärt)
Ich sitze hier eher ratlos und weiß nicht, wie ich dem Film…