Unsere Erde

Planet ErdeAlastair Fothergills beeindruckende Dokumentationsreihe kommt, auf anderthalb Stunden verdichtet, nun endlich ins Kino. Auf die ganz große Leinwand. Zu sehen bekommt man im wesentlichen eine ausgedehnte Fassung von Von Pol zu Pol, der Pilotfolge der Serie. Langweilig wird das aber auch für diejenigen nicht, die die Reihe inzwischen in- und auswendig kennen, denn es gibt genügend neues Material zu sehen.

Für alle anderen ist der Besuch sowieso Pflicht. Zu sehen bekommt man Eisbären, die aus dem Winterschlaf erwachen, Vogelschwärme, die den Himalaya überfliegen, Wölfe, die Karibus jagen, Löwen, die in einem riesigen Rudel – man glaubt es kaum – einen Elefanten erlegen. Man sieht Amurleoparden, von denen es in freier Wildbahn nur noch rund 40 Exemplare gibt. Vor allem aber sieht man jede Menge traumhaft schöner, teils geradezu bizarrer Landschaften, vom ewigen Eis bis zum Dschungel am Amazonas.

Vierzig Kamerateams waren vier Jahre unterwegs, an 206 Drehorten in sechzig Ländern. Über vierzig Millionen Euro kostete das Projekt, rund tausend Stunden Filmmaterial brachten die Teams mit nach Hause. Das reichte nicht nur für eine komplette Fernsehserie, die besten Szenen haben sich Fothergill und Mark Linfeld eindeutig für den Kinofilm aufgehoben. Die musikalische Untermalung stammt wie schon bei Deep Blue von George Fenton und den Berliner Philharmonikern. Aber auch wenn sie diesmal nicht ganz so dick auftragen wie in der tiefblauen Unterwasserdokumentation, ein bisschen zu viel des Guten ist es doch. Die Einspielung des BBC Symphonie Orchestra für die Fernsehserie gefiel mir besser, unterstützte sie doch unaufgeregt die Bilder, ohne zu versuchen, ihnen die Show zu stehlen. Dazu kommt, dass sich der deutsche Sprecher in der Kinoversion leider als Nervensäge entpuppt.

Fazit: Zuerst den Film sehen. Die Serie wird man danach eh sehen wollen.

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