Die Bücherdiebin

Die BücherdiebinMarkus Zusak erzählt in “Bücherdiebin” von Liesel Memingers Kindheit und Jugend im Dritten Reich. Er tut das mit viel Liebe zum Detail, vor allem mit so viel Liebe zu seinen Charakteren, dass man sich der Geschichte und ihren dramatischen Wendungen nur schwer entziehen kann.

Aber gerade, was das Buch einmalig machen soll, ist leider sein zweitgrößtes Problem: der auktoriale Ich-Erzähler ist der Tod höchstpersönlich. Was mir als Freund von Pratchetts “Scheibenwelt” und Neil Gaimans “Sandman” durchaus gefallen könnte, entpuppt sich hier als störend, weil Zusaks Tod humaner ist, als die meisten Menschen um ihn herum. Der Tod sollte sich dem Leser nicht seitenlang erklären. Er sollte nicht über seine Arbeit jammern. Der Tod sollte den Leser nicht um Verzeihung bitten. Das ist einfach falsch.

Das größere Problem ist aber, dass die “Bücherdiebin” explizit als Jugendbuch geschrieben wurde. In seinem Bestreben, die Sprache einfach zu halten und komplexere Wendungen vom Ich-Erzähler im Detail erläutern zu lassen, hat Zusak für meinen Geschmack klar übertrieben.

Gegen Ende des Buches beginnt Liesel Meminger, ihre Lebensgeschichte unter dem Titel “Die Bücherdiebin” niederzuschreiben. Das Büchlein geht verloren, niemand außer ihr selbst wird es jemals lesen. Zusaks Buch enthält Ausschnitte davon; sie gehören zu den besten Passagen des Buches. Liesel ist wunderbar, ihre Geschichte lesenswert, aber ich hätte lieber Memingers als Zusaks “Bücherdiebin” gelesen. Diesen ganzen Quatsch mit dem personifizierten Tod hat die Geschichte gar nicht nötig.

3 Kommentare zu “Die Bücherdiebin”

  1. Theresa

    Hey, deine Kritik lässt das Buch hier nun doch nicht ganz positiv zurück. Ist der Tod denn nun nur ein kleines überflüssiges Detail oder ein größeres Problem des Buches?

  2. Chris

    Weißte was? Ich leihs dir einfach mal aus. *g*

  3. Theresa

    gute idee =)

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