Mass Effect 2, technisch betrachtet

15. März 2010

Mass Effect 2Edmonton, 2004. “Wir legen die Story für eine Trilogie an und brauchen deshalb die besten Autoren, die die Firma zu bieten hat. Wenn wir die Geschichte schon im ersten Teil versemmeln, sind die Verkaufszahlen von gleich drei Spielen im Arsch”, so Produzent A. Darauf Produzent B: “Aber wir arbeiten auch an einer Franch…” – “… an einem potentiellen Baldur’s-Gate-Nachfolger. Da hatte schon die Vorlage keine ernstzunehmende Story.” B, am Boden, flehend: “Dann lasst uns wenigstens die Interface-Designer!”

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Das weiße Band

11. März 2010

Das weiße Band

Vor drei Tagen habe ich Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte endlich gesehen. Er geht mir nicht aus dem Kopf.

Der Film spielt in einem kleinen Dorf in Norddeutschland, kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges. Der Dorflehrer als Ich-Erzähler schildert die “seltsamen Ereignisse, die sich in unserem Dorf zugetragen haben”, weil sie seiner Meinung nach “ein erhellendes Licht” auf “manche Vorgänge in diesem Land” werfen könnten. Das erscheint erst einmal unwahrscheinlich, weil nur wenige Handlungszweige das Dorf jemals hinter sich lassen. Letztendlich schafft der Film aber genau das.

Das weiße Band handelt von Autorität und Bestrafung und transportiert das auf trostlose und beklemmende Art und Weise. Bilder in schwarzweiß, mit langen Einstellungen aus festen Kamerawinkeln, mit nur wenigen Kamerafahrten oder Schwenks, vermitteln ein Gefühl der Enge. Zeitlich ausgedehnte Szenen mit wenigen oder manchmal gar keinen Worten. Nur Stille. Ebenso wichtig wie das, was gesagt und gezeigt wird, ist hier, was nicht gezeigt und von allen verschwiegen wird… Aber ich möchte nicht zu viel verraten, weil ich denke, dass Das weiße Band mit Abstand am eindrucksvollsten ist, wenn man nicht schon feuilletonverdorben vor dem ersten Anschauen weiß, was einen erwartet.

Alice im Wunderland

5. März 2010

Alice im WunderlandEin neuer Tim Burton, natürlich wieder mit Johnny Depp, Helena Bonham Carter und Danny Elfman im Gepäck. Elfman gibt den Ton vor: sein Soundtrack klingt zu keinem Zeitpunkt nach mehr als Fließbandarbeit; ich höre hier nichts, was ich nicht in unzähligen älteren Elfman-Soundtracks bereits gehört hätte.

Mit dem Rest des Films ist es leider ähnlich. Das Wunderland sieht zwar nach Burton aus, aber es wirkt leblos, zu sehr wie digitale Kulisse. Handgemachte Kulissen passen zu Burtons Flair einfach besser als CGI. Schade, dass er selbst das anscheinend nicht so sieht.

Und die Figuren? Carrolls Vorlage enthielt verrückte Charaktere, derer man sich nie so ganz sicher sein konnte. Burtons Figuren haben bestenfalls einen kleinen Sprung in der Schüssel, bleiben davon abgesehen aber blaß. Sofort ist klar, wo jeder steht.

Wo ist die Gefahr? Wo ist das Wundersame? Wo ist das Geheimnis?

Die Bücherdiebin

23. Januar 2010

Die BücherdiebinMarkus Zusak erzählt in “Bücherdiebin” von Liesel Memingers Kindheit und Jugend im Dritten Reich. Er tut das mit viel Liebe zum Detail, vor allem mit so viel Liebe zu seinen Charakteren, dass man sich der Geschichte und ihren dramatischen Wendungen nur schwer entziehen kann.

Aber gerade, was das Buch einmalig machen soll, ist leider sein zweitgrößtes Problem: der auktoriale Ich-Erzähler ist der Tod höchstpersönlich. Was mir als Freund von Pratchetts “Scheibenwelt” und Neil Gaimans “Sandman” durchaus gefallen könnte, entpuppt sich hier als störend, weil Zusaks Tod humaner ist, als die meisten Menschen um ihn herum. Der Tod sollte sich dem Leser nicht seitenlang erklären. Er sollte nicht über seine Arbeit jammern. Der Tod sollte den Leser nicht um Verzeihung bitten. Das ist einfach falsch.

Das größere Problem ist aber, dass die “Bücherdiebin” explizit als Jugendbuch geschrieben wurde. In seinem Bestreben, die Sprache einfach zu halten und komplexere Wendungen vom Ich-Erzähler im Detail erläutern zu lassen, hat Zusak für meinen Geschmack klar übertrieben.

Gegen Ende des Buches beginnt Liesel Meminger, ihre Lebensgeschichte unter dem Titel “Die Bücherdiebin” niederzuschreiben. Das Büchlein geht verloren, niemand außer ihr selbst wird es jemals lesen. Zusaks Buch enthält Ausschnitte davon; sie gehören zu den besten Passagen des Buches. Liesel ist wunderbar, ihre Geschichte lesenswert, aber ich hätte lieber Memingers als Zusaks “Bücherdiebin” gelesen. Diesen ganzen Quatsch mit dem personifizierten Tod hat die Geschichte gar nicht nötig.

Status-Update

6. Januar 2010

Heute mal schnell WordPress 2.9 und ein neues Theme über die alte Installation gebügelt. Grund: Ein neues Handy. Für Nokias N900 gibt’s zu meiner Überraschung mit MaStory einen hübsch anzuschauenden WordPress-Client und ich muss doch wissen, ob der brauchbar ist. Nein, gelogen, muss ich nicht: für das letzte Jahr haben’s kurze Statusmeldungen bei Facebook schließlich auch getan. Mein Bedürfnis, mich online mitzuteilen, war auch schon mal größer. Nachteil der Update-Aktion: Bens schönes Semantic-Weblog-Modul will nicht mehr. Es ist still gestorben, ohne Fehlermeldungen, aber eben auch ohne wie bisher Film-, Videospiel-, und Bücherlisten auf den Archivseiten auszugeben. Schade.

Prince of Persia

13. Januar 2009

Prince of PersiaBei allem Negativen, was man über das neue Prince of Persia sagen kann: Es hat mich mit seinem traumhaft inszenierten Finale gestern bis in die Morgenstunden an den Bildschirm gefesselt. Mit einem letzten, entscheidenden Dreh wird die bis dahin eher seichte Geschichte zu einem nachdenklich stimmenden Ende geführt, das wohl die wenigsten Spieler so werden kommen sehen, das gleichzeitig aber gekonnt den Bogen zurück zum Anfang schlägt. Weiterlesen »

Durchgespielt

9. Januar 2009

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Meiner Meinung nach war World of Warcraft nie besser als jetzt im Moment, zu Zeiten von Wrath of the Lichking. Nur die Zeiten selbst, die waren schonmal besser für Onlinerollenspiele. Etwas über einen Monat habe ich gebraucht, um Level 80 zu erreichen, einen Großteil der Quests in Nordend zu absolvieren, sämtliche neuen Fünf-Mann-Dungeons zu sehen und – einmal, in einem einzigen fünfstündigen Rutsch – Naxxramas zu säubern.

Für viele fängt das Spiel an diesem Punkt erst an. Stück für Stück kann man nun Achievements sammeln, seine Ausrüstung verbessern, tägliche Quests erledigen, wasweißichnichtwas tun. Für mich ist das Spiel hier eigentlich zu Ende. Was ich sehen wollte, habe ich gesehen, und Dania, Winterhauchengel und Entdeckerin, kann ich – so wie sie ist – einmotten. Fit für den Start der nächsten Erweiterung in schätzungsweise zwei Jahren ist sie inzwischen.

Am 25. Dezember war ich das letzte Mal online, gestern habe ich den Account mal wieder gekündigt.

Kurzer Sehtest zum Abschluss: Wo liegt der Fehler in folgendem Bild?

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*Ding*

23. Dezember 2008

wowscrnshot_120608_143224.jpg Weiterlesen »

Ich heiße Ethêya, ich haue Kobolde um

29. November 2008

Was ist der Unterschied zwischen Nietzsche, dem toten Philosoph, und Gedärmeorgel, dem untoten Hexenmeister?

Die Antwort darauf liefert Sasa Stanisics auf faz.net veröffentlichter Selbstversuch in World of Warcraft.

Selten habe ich sowohl die positiven wie auch die negativen Seiten dieses Spiels so gut und humorvoll in einem persönlichen Erfahrungsbericht zusammengefasst gesehen. Vor ein paar Jahren hätten wir gesagt: DAS ist New Games Journalism. Zumindest ist es genau das, was der Großteil der Spielejournalisten da draußen immer noch weder beherrscht noch überhaupt verstanden hat.

Spielerisch foltern

26. November 2008

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