Ruhe in Frieden, Lady Prestor

19. September 2008

Katrana Prestor, Anduin Wrynn und Hochlord Bolvar Fordragon

Früher oder später musste das so kommen. Wenn man in einem Onlinerollenspiel wie World of Warcraft mit jeder neuen Erweiterung die Geschichte ein klein wenig weitererzählen will, dann entstehen in der großen, zusammenhängenden Spielwelt irgendwann zeitliche Konflikte zwischen den alten Inhalten, die den Stand von vor vier Jahren erzählen, und den aktuellen Ereignissen. Nachdem Kindkönig Anduin Wrynn mit Unterstützung des Hochlords Bolvar Fordragon lange Zeit in Stormwind regiert hat, ist sein Vater Varian Wrynn endlich zurückgekehrt. Gemeinsam stehen Vater und Sohn im neu gestalteten Thronsaal von Stormwind, während Fordragon sich bereits auf dem Weg nach Northrend befindet. Aktuell völlig aus der Spielwelt verschwunden ist die auf obigem Bild noch sichtbare Lady Katrana Prestor. Kein Wunder, wurde die intrigante Person im Laufe der WoW-Geschichte doch schon unzählige Male von Spielern besiegt. Aus dem Thronsaal verschwunden ist mit Fordragon und ihr allerdings auch eine der schönsten Questreihen, die das ursprüngliche World of Warcraft vor vier Jahren zu bieten hatte. Weiterlesen »

Spore und sein Kopierschutz III

17. September 2008

EAMöglichkeiten, sich über Electronic Arts aufzuregen, gab es in der Vergangenheit zwar auch schon zur Genüge, aber so einfach wie bei der aktuellen Diskussion um das Nutzungskontrollsystem in Spore haben sie es einem echt noch nie gemacht. Nach all den negativen Kundenreaktionen, vor allem bei Amazon.com, verteidigte jetzt Mariam Sughayer von EA gegenüber Gamasutra den Einsatz der Onlineauthentifikation und die Beschränkung auf lediglich drei mögliche Aktivierungen. Weiterlesen »

World of Warcraft PTR 3.0.2 – Installation

14. September 2008

Der letzte Patch vor dem nächsten Addon kommt auf die Testserver und was verlangt Blizzard bei der Installation von uns? World of Warcraft aus dem Programme-Ordner in den Benutzerordner zu verschieben! Wie lange genau hat es gedauert, bis Microsoft es mit Vista endlich geschafft hat, den Benutzern die dauerhaften Administratorrechte zu nehmen? Die Software im Programme-Ordner vor Manipulationen zu schützen, weil für jede Änderung dort eine Nachfrage beim Benutzer notwendig ist? Ewig und drei Tage. Aber seit Vista funktioniert es, es funktioniert paradoxerweise sogar schon seit mehr als anderthalb Jahren mit World of Warcraft. Warum will Blizzard das Programm nun plötzlich im Benutzerordner platziert wissen, unter C:\Users\Public\Games\World of Warcraft Public Test, wo es nun wahrlich nichts zu suchen hat?

Installation PTR 3.0.2

Spore und seine Kreaturen II

14. September 2008

SporeHooray, meine erste Kreatur hat es durch das Stammes- und das Zivilisationszeitalter in den Weltraum geschafft. Nur leider ist sie dort gescheitert. Was, möchte ich behaupten, weniger an mir als an der Erwartungshaltung, die Spore weckt, liegt. Während man in den vorhergehenden Phasen immer recht klar definierte Ziele zu verfolgen hat, um weiter aufzusteigen, fehlen diese in der Weltraumphase zuerst. Dafür gibt einem das Spiel endlich wirklich weitreichende Möglichkeiten an die Hand, für die Reise zu anderen Planeten, für Terraforming, für den Umgang mit außerirdischen Zivilisationen. Ich bin dem Irrtum aufgesessen, man könnte erst einmal relaxed mit all diesen Möglichkeiten experimentieren und habe lange an einem Nachbarplaneten herumterraformt. Großer Fehler: Die Uhr tickt unerbittlich und ehe man sich versieht, ist man zwischen anderen außerirdischen Reichen eingekeilt, was die eigene Expansion unheimlich erschwert, wenn nicht unmöglich macht. Spaß macht es jedenfalls nicht mehr. Also hopp, wieder in die Zellenphase und mit neuen Kreaturen begonnen! Weiterlesen »

Spore und sein Kopierschutz II

11. September 2008

EAInzwischen hat man sich auch bei heise online mit Spore und SecuROM auseinandergesetzt und redet dort nicht nur von einem Kopierschutz, sondern von einem Nutzungskontrollsystem. Ansonsten enthält der Artikel leider viele Solls und Wie-es-heißts. “Eine wiederholte Installation auf demselben Rechner soll … problemlos möglich sein.” Oder: “Wie es heißt, bekommt derjenige, der das aktivierte Spiel deinstalliert, während der Rechner online ist, rechnerisch eine Erstinstallation gutgeschrieben.” Von heise hätte ich eher erwartet, dass man sich nicht auf Hörensagen und Produktbeschreibungen verlässt, sondern das tatsächlich auch mal in der Praxis ausprobiert. Insbesondere das angebliche Gutschreiben einer Aktivierung, wenn man Spore deinstalliert. Abgesehen von heise online hat bisher noch niemand behauptet, dass das tatsächlich geschehen würde.

Spore und sein Kopierschutz

10. September 2008

EAWer derzeit plant, Spore über Amazon.de zu kaufen, dürfte bei einem Blick auf die Kundenbewertungen des Spiels stutzig werden: lediglich anderthalb von möglichen fünf Punkten bekommt das Spiel. Mal ehrlich, so schlecht ist Will Wrights digitale Galaxie nun auch wieder nicht. Was führt also zu dieser bedenklichen Bewertung? SecuROM, der von Electronic Arts für Spore und Mass Effect verwendete Kopierschutz. Wenn man eines der beiden Spiele auf seinen heimischen PC lässt, verwundert die Einschätzung der Amazon-Kunden trotzdem erst einmal: davon, dass SecuROM installiert wird, bekommt man praktisch nichts mit. Das Spiel wird installiert, beim ersten Start über das Internet aktiviert und anschließend darf die DVD samt Verpackung im Regal verschwinden. Endlich müssen nicht mehr, wie zu schlimmsten StarForce-Zeiten, Treiber installiert werden, die einen Neustart des Systems erfordern. Endlich muss die Spiele-DVD während des Programmstarts nicht mehr im Laufwerk liegen. Wer mehrere Spiele gleichzeitig auf der Festplatte hat, müsste es doch eigentlich zu schätzen wissen, nicht mehr ständig zum Discjockey zu mutieren.

Wo ist also der Knackpunkt? Weiterlesen »

Spore und seine Kreaturen

9. September 2008

SporeWas genau ist Spore eigentlich? Viele der im Netz verfügbaren Kritiken scheitern an der Beantwortung dieser Frage, erklären mit tausend Worten umfassenden Featurelisten nichts oder reiben sich an der Diskussion auf, ob Spore eher Spiel (wie Schach, Fußball oder Counterstrike) oder Spielzeug (wie Lego oder die Sims) sei. Die beste Erklärung ist meiner Meinung nach der Einleitungssatz des Handbuches:

Spore ist dein persönliches Universum.

Abseits aller Phasen, Editoren und Mechaniken ist das die eigentliche Idee hinter Spore, zusammengefasst in nur fünf Worten. Weiterlesen »

Sporifiziert

8. September 2008

SporeIch hab’ es und ich weiß, du hast es auch. Warum? Weil alle es haben! Die Rede ist von Spore, Will Wrights neuestem Geniestreich. Ganz sicher bin ich mir noch nicht, was ich von der Galaxie im Miniformat, die nun in meinem Computer existiert, letztendlich halten soll, aber eines weiß ich: Die Freundesliste ist ‘ne tolle Sache. Weil man damit direkt in seiner Sporepedia all die verrückten Kreationen seiner Kumpels bewundern kann, und die dafür im Gegenzug die eigenen evolutionären Kracher begutachten und in ihren Spielen wiederfinden dürfen.

Warum hab’ ich dich dann noch nicht in meiner Freundesliste? Weil ich dazu deinen Spore-Spitznamen wissen müsste. Beziehungsweise du den meinigen.

Also, warum tauschen wir nicht einfach?

Neuanfang

2. September 2008

“Now I need a beer … or five.”

Der Urlaub ist vorbei, und schon nach den ersten drei Dienst-Tagen fühlt man sich, als hätte er nie stattgefunden.

The Dark Knight

31. August 2008

The Dark KnightBurtons Batman mit seinem düsteren, romantisch-melanchonischen Flair habe ich geliebt. Christopher Nolans The Dark Knight ist anders, ist zwar immer noch düster, ansonsten aber vor allem kalt und überfrachtet. Man opfert erst viel Leinwandzeit für einen chinesischen Geschäftsmann, der im späteren Verlauf der Handlung überhaupt keine Rolle mehr spielt. Batmans Ausflug nach Hong Kong ist nicht nur dramaturgisch unnötig, sondern zerstört vor allem den Mythos von Gotham City, einer Stadt, die immer symbolisch für die Großstädte dieser Welt stand. Wie schnell es dem Joker gelingt, aus Harvey Dent Two-Face zu machen, ist völlig unglaubwürdig, wie überhaupt die Figur des Two-Face in The Dark Knight geradezu verschleudert wird. Ob Joker oder Two-Face, beide Antagonisten werden auf effektive, aber bemerkenswert langweilige Weise zur Strecke gebracht. Ebenso lässt sich Christian Bales Verkörperung des Titelhelden beschreiben: effektiv, aber langweilig. Eine mysteriöse oder gar tragische Figur ist Batman hier keine Sekunde. Was auch an der ungleichen Verteilung der schauspielerischen Fähigkeiten liegt. Neben Heath Ledger als Joker beeindrucken vor allem Morgan Freeman, Michael Caine und Gary Oldman, die aber lediglich Randfiguren spielen. Bale, Eckhart und Gyllenhall bleiben blass.

Was mir an dem Film allerdings am wenigsten gefällt, ist seine Aussage, dass harte Zeiten einen Dunklen Ritter erfordern, der munter durch die Gegend foltert und die Handynetze einer ganzen Stadt überwacht. Was mir nicht gefällt, ist die zum Schluss getroffene Aussage, dass die Wahrheit manchmal nicht gut genug für die Menschen sei. Was kann einem das als Zuschauer eigentlich nur sagen? Dass in Extremsituationen, also im Angesicht terroristischer Bedrohungen, ein Überwachungsstaat, der seine Bürger belügt und Verdächtige foltern lässt, in Ordnung geht, ja sogar notwendig ist?