Aus den Fugen – Update

Mitte Dezember entdeckte ich einen Spalt an meinem neun Monate alten MacBook, direkt über dem Stromanschluss. Weder hatte ich eine Ahnung, was den verursacht haben mochte, noch konnte ich sagen, wie lange das MacBook schon offen stand, denn saß man vor dem Notebook, war der Fehler kaum zu erkennen. Der freundliche Servicemitarbeiter bei Gravis warf einen Blick auf das MacBook und erklärte mir rundheraus, er könne nicht beurteilen, ob das ein Garantiefall sei, denn das MacBook sähe aufgehebelt aus. Wenn auch Tastatur oder Touchpad nicht mehr funktionieren würden, dann hätte man die Reparatur darüber laufen lassen können, aber so… Ich schaute den Mann verdattert an: “Moment mal, wenn der Schaden noch größer wäre, würden Sie das Notebook reparieren, so aber nicht?” Seine Gegenfrage war, ob ich das Gerät direkt bei Gravis gekauft hätte. Als ich das verneinte, verwies er mich an Apples telefonischen Support.
Ich klemmte also mein Notebook unter den Arm und tat wie geheißen. Bei Apples Telefonservice war man über diese unverhoffte Weiterleitung mindestens genauso überrascht wie ich. Ist ja auch naheliegend, denn wie soll deren Techniker bitte durch die Telefonleitung ermitteln, was sein Kollege bei Gravis nicht einmal durch Inaugenscheinnahme herausfinden konnte. Die Verfahrensweise bei Grenzfällen, erfuhr ich, wäre auch, dass der zertifizierte Servicetechniker (nicht der Kunde selbst) sich direkt an Apple wendet und Fotos des Schadens einschickt. Man gab mir Adressen von zwei weiteren Service-Providern in meiner Nähe. Denn, so der Kommentar, zu Gravis wolle man mich nicht mehr zurückschicken.
Gestern war ich nun bei ComputerX in der Lampestraße. Der Techniker dort fand den Schaden zwar auch ungewöhnlich, nahm die Reparatur aber als Garantiefall an. Bis zur Anlieferung der Ersatzteile durfte ich das MacBook, da es ansonsten einwandfrei funktionierte, sogar wieder mitnehmen. Heute kam dann schon der Telefonanruf, das neue Top-Case wäre geliefert worden. Ich brachte mein Notebook vorbei und die Oberseite samt Touchpad und Tastatur wurde innerhalb einer Dreiviertelstunde komplett ausgetauscht. Statt der wochenlangen Reparaturzeit, die ich erwartet hatte, musste ich also nur den Bruchteil eines Nachmittags auf meinen Computer verzichten.
Was das hinsichtlich apple-spezifischer Neuanschaffungen in nächster Zeit bedeutet, dürfte klar sein: Bye bye, Gravis.
10. Januar 2008 um 12:34 Uhr
Jo, aber kauf mal was bei Apple selbst über den Online-Store und versuch DAS dann im Bedarfsfall umzutauschen/reparieren zu lassen … Hass pur …
10. Januar 2008 um 13:13 Uhr
Ich habe das MacBook direkt im Online-Store gekauft.
11. Januar 2008 um 04:35 Uhr
Hm, also ich durfte meinen iPod damals nicht bei irgend nem Händler zur Garantie einschicken sondern nur bei Apple selbst, und das hätte mich 150,- € gekostet, nur das Einschicken und das Untersuchen, ob überhaupt ein Garantiefall vorliegt – mir hat der Typ am Telefon (der übrigens sehr kompetent und nett war) selbst empfohlen, damit zu einer iPod-Werkstatt zu gehen und das schlicht von denen reparieren zu lassen, damit würde ich in jedem Fall Geld sparen. War dann auch so. Also von der Telefon-Hotline von Apple kann ich nur schwärmen, aber von deren Preisen/Garantiefall-Verhalten in meinem Fall nicht *g.
11. Januar 2008 um 08:39 Uhr
Hm, ich habe mein Macbook auch im Onlineshop gekauft und hatte innerhalb des Garantiezeitraums keine Probleme. Der Akku ist frühzeitig hin gewesen, und mir wurde ohne Probleme Ersatz geschickt.
Und über Gravis kenne ich dagegen ganz knackige Geschichten. Nichts da kaufen, sage ich immer.
11. Januar 2008 um 09:12 Uhr
Gravis…Gravis…hmm, da hab ich doch erst gestern was ähnlich beknacktes zu gelesen…
Ach ja: hier, bei den Kollegen vom Spreeblick
http://www.spreeblick.com/2008/01/08/gravis-gravis/
11. Januar 2008 um 10:28 Uhr
Was ich an Maltes Bericht bei Spreeblick am krassesten finde: Er war sein MacBook für die Reparatur bei Gravis ja über eine Woche los! Und andere berichten da in den Kommentaren von bis zu sechs Wochen. Gut, da wird vielleicht etwas mehr kaputt gewesen sein als bei mir, aber der zeitliche Kontrast (eine Dreiviertelstunde steht gegen wochenlanges Warten) ist dennoch heftig.
@Micha: Das ist natürlich wirklich Käse. Bei meiner Schwester (deren iPod damals direkt vom Start weg nicht formatierbar war – vermutlich Festplatte kaputt) standen zwar ähnliche Beträge für Versand und Überprüfung auf dem Reparaturauftrag, aber immer nur für den Fall, dass die Überprüfung ergeben sollte, dass es sich nicht um einen Garantiefall handelt.
Gut, das war bei ihr so gut wie ausgeschlossen, und an sich sieht das Formular schon ganz schön abschreckend aus… bezahlen musste sie letztendlich aber jedenfalls keinen Cent.
12. Januar 2008 um 14:35 Uhr
Wo wir gerade am Stammtisch sitzen, hole ich mal meine Erweckungsgeschichte raus:
Die Abschreckung hat bei mir angefangen, als ein guter Freund seinen Oldschool-iMac, dessen Monitor innerhalb der Garantiezeit einen Gelbstich bekommen hatte, bei Gravis abgab. Zwei Wochen Reparaturzeit wurden angekündigt, nach sechs Wochen hat er die Nerven verloren und das Teil wieder abgeholt. Den Gelbstich hat der Monitor noch heute.