Semantic Weblog

Adobe Photoshop LightroomWenn Ben drüben bei Anmut und Demut erklärt, wie das Semantic Weblog funktioniert, wird mir schwindlig. Topic Maps, Occurrences, Associations, Ontologien, wow! Trotzdem habe ich das Gefühl, dass die ganze Thematik abseits der Fachbegriffe so kompliziert vielleicht gar nicht ist. Um einen Gedanken dazu in den Raum zu werfen:

Das Semantic Weblog ist die Bibliothek in Adobes Photoshop Lightroom, nur für Blogpostings anstatt Bildern.

Denn so wie hier auf der Einstiegsseite neue Beiträge erscheinen und ältere Texte allmählich abrutschen, so fließt bei Lightroom im Grunde ein beständiger Strom an Fotos von meiner Kamera auf meine Festplatte. Erst einmal sind diese Bilder nur chronologisch geordnet, dank der automatisch erstellten Metadaten der Kamera kann ich sie aber auch problemlos nach Blende, Verschlusszeit, verwendeter Kamera und verwendetem Objektiv sortieren und beispielsweise nur die Fotos einblenden, die mit einem bestimmten Objektiv aufgenommen wurden.

Dazu kommen die Metadaten, die ich selbst anfügen kann, beispielsweise zum Ort, an dem das Foto entstanden ist, zu den abgebildeten Personen. Ich kann die Qualität der Fotos mit bis zu fünf Sternen bewerten, kann Tags anfügen und Fotos zusätzlich noch völlig unabhängig von den oben genannten Kriterien in Kollektionen anordnen. Und, das ist das Entscheidende, ich kann die Auswahlkriterien völlig frei miteinander kombinieren. Du suchst alle Fotos, die du in Italien mit deiner ersten digitalen Spiegelreflexkamera geschossen hast und auf denen Person Y zu sehen ist? Kein Ding.

Die Bibliothek von Lightroom ist wie geschaffen dafür, unter zehntausenden von Fotos genau das eine wiederzufinden. Wenn du das irgendwann mit deinem Weblog schaffst, bist du gut.

Nicht, dass ich das wirklich müsste. Selbst wenn ich über die nächsten fünfzig Jahre hinweg täglich einen Beitrag schreiben würde, käme ich insgesamt nicht einmal auf zwanzigtausend. Wahrscheinlich bleibe ich weit darunter. Im Gegensatz zu großen Bibliotheken mit abermillionen verwalteten Texten wäre eine allzu feinkörnige Verschlagwortung bei mir also weder notwendig noch hilfreich. Sonst braucht man am Ende noch Werkzeuge, um erst einmal die Schlagwortliste überblicken zu können.

Während Ben also mit Drupal zu neuen Ufern aufbricht, bin ich mit seinem Semantic-Weblog-Modul für WordPress, das sich dank seiner tatkräftigen Unterstützung bei der Einrichtung inzwischen im Archiv bewährt, bestens bedient. Momentan sind selbst die damit realisierten Register beispielsweise für Personen, Filme und Videospiele noch wie die berühmten Schüsse mit Kanonen auf Spatzen. Zu wenig Inhalt für so viel Verwaltungsebene.

Das könnte sich in Zukunft allerdings schon allein durch das “Projekt Mottenkiste” ändern. Was ich im Web an Texten und Bildern hinterlassen habe, hätte ich in Zukunft gerne unter einem Dach. Unter meinem Dach. So einige Inhalte meiner alten Webseite warten noch darauf, hier im Blog wieder aufzutauchen. Und viele meiner Texte über Videospiele stehen bisher ausschließlich auf d-frag.de, außerhalb meiner Kontrolle. Ich habe nicht mal Backups davon. Die besten von denen werden hier wiedergeboren werden.

Was passiert sonst noch, im Rahmen des Mottenkisten-Projektes? Das Register für Hardwareplattformen ist wohl überflüssig und fliegt wieder raus, ein Register für Orte werde ich im Hinblick auf möglicherweise kommende Berichte von Orchestertourneen neu einrichten. Das Monatsarchiv rechts in der Seitenspalte wird ebenfalls rausfliegen, stattdessen kommen Archivseiten für einzelne Jahre, also eine Art “Best of Jahrgang X”, um meiner persönlichen, großen Lehre aus d-frag.de Rechnung zu tragen: Manche Beiträge sind nach wenigen Wochen veraltet, die muss man später nicht so leicht wiederfinden. Andere dagegen mögen Jahre alt sein, sind aber immer noch so aktuell wie am ersten Tag. Und die sollte man deshalb auch Jahre später noch finden können.

Tags:

3 Kommentare zu “Semantic Weblog”

  1. Lena

    Das mit der Kontrolle kann ich gut nachvollziehen, so ging es mir nach meinem Umzug auf die eigene Domain auch. Ansonsten bin ich wohl eher Chaot und bester Nutzer meiner bloginternen Suche :)

  2. Chris

    Das ist ja noch der Witz daran: Dass es die Suche eigentlich tut. :) Bisher hab ich auch bei d-frag.de immer alles wiedergefunden, wenn ich einen konkreten Artikel suchte. Gerade die Spieleliste habe ich dort trotzdem lange herbeigesehnt. Ist als Auf-einen-Blick-Übersicht schwer zu übertreffen.

  3. Lena

    Hmm, bei Themenbezogenen Blogs ist das sicher anders.
    Es fühlt sich aber gut an, alles bei sich selbst zu haben und es überblicken und kontrollieren zu können. Und eine Spieleliste wäre ja nicht das größte Problem, oder? (kann man ja mit Tags machen oder so)

Kommentiere: