Ich heiße Ethêya, ich haue Kobolde um

Was ist der Unterschied zwischen Nietzsche, dem toten Philosoph, und Gedärmeorgel, dem untoten Hexenmeister?

Die Antwort darauf liefert Sasa Stanisics auf faz.net veröffentlichter Selbstversuch in World of Warcraft.

Selten habe ich sowohl die positiven wie auch die negativen Seiten dieses Spiels so gut und humorvoll in einem persönlichen Erfahrungsbericht zusammengefasst gesehen. Vor ein paar Jahren hätten wir gesagt: DAS ist New Games Journalism. Zumindest ist es genau das, was der Großteil der Spielejournalisten da draußen immer noch weder beherrscht noch überhaupt verstanden hat.

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5 Kommentare zu “Ich heiße Ethêya, ich haue Kobolde um”

  1. Herr Kaliban

    Achwas.

    Derlei Texte funktionieren eigentlich immer nur mit dieser Mischung aus ironischer Distanz und großäugiger Verwunderung.

    Das geht nicht so gut, wenn man Vorwissen hat. Und versucht, Spiele so ernst zu nehmen, wie das die Kunden da draußen tun.

  2. Chris

    Wo wir gerade bei “bei sich selbst anfangen und nicht immer alles auf andere schieben” waren: In diesem Sinne ist mein letzter Satz oben ein Foul. Sorry. Kam aus der Begeisterung über einen toll zu lesenden Text heraus, der auch für mich als langjährigen WoW-Spieler den Kern des Spiels gut abbildet, auch wenn er sich an Menschen richtet, die World of Warcraft nicht unbedingt anrühren würden, sondern sich eher fragen: “Was fasziniert meinen Sohn daran?”

    So weit von eurer Zielgruppe entfernt, wie man nur sein kann. Okay. Der Text funktioniert an sich auch nur als Einzelstück. Man kann kein ganzes Heft oder Onlinemagazin mit dieser Art von Erfahrungsberichten aufbauen. Auch klar.

    Was mir gefällt, ist die große Nähe des Textes zu dem, was der Autor im Spiel tatsächlich erlebt hat. Auf mich überträgt sich das. Und auch großäugige Verwunderung finde ich – in Maßen – erhaltenswert. Bei all dem, was Erfahrung und Vorwissen bringen: zu viel Background schränkt den eigenen Blickwinkel manchmal auch ein. Dagegen wirken Texte wie dieser dann erfrischend unbelastet.

  3. ben_

    Ja. So schön und unterhaltsam er auch ist. Ich glaube, ich habe schon vier oder fünf Stück der Art gelesen und auch wenn die Jungs und Mädels jedes Mal wieder ein paar schöne neue Worte finden … Journalismus, selbst New Game Journalism geht anders.

    Trotzdem danke, hat mir den Sonntagmorgen versüßt und die Zeit verkürzt, die ich gerade gezwungener Maßen nicht in Azertoh sein kann. Was überhaupt eigentlich gar nicht geht: Dass wir beide seit Jahren WoW Zocken und wir und noch nicht wenigstens einmal auf einem Server zum /bow getroffen haben.

  4. Chris

    Auf welchem Server bist’n du überhaupt? :)

    Aber auch wenn bspw. das eurogamer.net-Review nochmal ne ganz andere Kategorie ist – dort bohrt man mit “So how come it feels so new? It really ought not to.” in einer für mich sehr interessanten Richtung -, so ist obiger Selbstversuch von den all den ähnlich gearteten Artikeln, die ich bisher gelesen habe, für mich doch der Beste. Er arbeitet heraus, warum WoW als Spiel funktioniert und wo die Gefahren dabei liegen, soweit man das auf Level 30 beurteilen kann. Und er stellt so ganz nebenbei eine Sache fest, die ich auch in ambitionierteren Reviews gerne gelesen hätte, aber nicht gelesen habe: Dass das Charakterdesign des Lichkings durchaus seine Macken hat. Riesenfortschritt zu BC, gar keine Frage, aber wir haben in Videospielen wohl schon weit bedrohlichere Antagonisten gesehen.

  5. Micha

    Schöner Artikel :)

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