Sacred 2 – Die Demo
“Ich! Bin nicht! Schneewittchen!” Mit Ascarons lockerem, sich selbst erfrischend wenig ernst nehmenden Action-Rollenspiel Sacred hatte ich 2004 viele Wochen Spaß. Um so erstaunlicher, dass ich mit der auf der Games Convention 2008 gezeigten Demo-Version von Sacred 2 überhaupt nichts anfangen konnte. Dafür sorgten vor allem die hakelige Steuerung und der gewöhnungsbedürftige, nicht verstellbare Kamerawinkel, der für mein Gefühl immer etwas weniger vom Geschehen zeigte, als angenehm gewesen wäre. Inzwischen gibt es die Demo überall im Internet und ich bin mit der Seraphim, meinem Lieblings-Kampfengel aus dem Vorgänger, drei Stunden durch die Startgebiete gelatscht.
Auch wenn die Steuerung immer noch einen etwas unpräzisen Eindruck macht und man im Kampfgetümmel mit der Maus öfter die Gegner verfehlt, mein Gesamteindruck der Sacred-2-Demo ist nun deutlich positiver. Der Kamerawinkel lässt sich durch einen Klick auf die mittlere Maustaste inzwischen so einstellen, dass er einigermaßen erträglich ist und ich die Gegner nun zumindest ebenso zeitig sehe wie sie mich. Nicht mehr unvorbereitet in eine Koboldbrigade zu tappen, die mich schon vor fünf Minuten vom Berg gegenüber aus gesehen hat, entspannt das Spiel merklich, denn plötzlich habe ich eine Chance, Gegnern auch mal auszuweichen. Hinzu kommt, dass ich im Gegensatz zum Erlebnis in den überfüllten Messehallen der GC im heimatlichen Wohnzimmer vom Sound und der sehr guten Sprachausgabe tatsächlich etwas habe.
Dadurch stellt es sich schließlich wieder ein, das geliebte Spielgefühl des Vorgängers, und sorgt dafür, dass Sacred 2 nun plötzlich doch auf meiner Einkaufsliste für die nächste Woche steht. Die Landschaften und Dörfer, die man zu Spielbeginn durchschreitet, sind wieder so zuckersüß designt, dass man sich nicht wundern würde, würden sie wie in Dungeon Keeper Namen wie Niedlich-Schnuffeltal tragen. Die Ausrüstung, die man findet, hat von Beginn an einigen Schauwert und lässt Rüstung und Waffen meines Schamanen in World of Warcraft aussehen, als hätte er sich in einem Second-Hand-Shop eingekleidet. Perfekt machen das Ganze schließlich der Humor an allen Ecken und Enden des Spiels und die Unmenge an kessen Kommentaren, die meine Seraphim schon allein in diesen ersten drei Stunden absondert. Die Gegner stehen dem übrigens in nichts nach: da bricht ein besiegter Kobold schon mal mit den Worten “Da passt man einen Moment nicht auf…” oder “Und das drei Tage vor meinem Geburtstag…” zusammen.
Schön, das alles, denn es zeigt, dass man sich bei Ascaron sehr genau angeschaut hat, wo die Stärken des Vorgängers lagen und welche Dinge Sacred schon 2004 aus dem Einheitsbrei der Action-Rollenspiele heraushoben.
13. Oktober 2008 um 05:25 Uhr
Hab mir gestern auch die Demo runtergeladen. Der erste Eindruck war nicht so gut. Aber nach einiger Zeit einspielen steht es nun heute auf meinem Einkaufsplan.
Sehr schön anzuschauen ist es, aber der Kamerawinkel gefällt mir derzeit nicht so. Gegener sieht man etwas spät, oder man zoomt weit heraus.
Aber Blind kaufen würde ich nicht empfehlen. Lieber die Demo ansehen und dann entscheiden.
13. Oktober 2008 um 08:31 Uhr
Und vor dem Kauf lieber noch mal in die Foren schauen. Sacred 2 ist bei weitem nicht frei von Bugs. Im Gegenteil. Ich find’s erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit sie diesen riesigen Fehler des ersten Teils (zu früher Release und Fertigstellung insbesondere des Multiplayerteils beim Kunden) wiederholen.