Beiträge mit Tag ‘Deutsche Staatsoper’

Ein Bubenstück!

17. Dezember 2007

Staatsoper Berlin - unterirdischer Durchgang (2004)

Die Verhandlungen zwischen Bund und Berlin um die Opernstiftung der Hauptstadt sind zu einem Ende gekommen. Nach mehr als acht Jahren Ungewissheit und Existenzängsten an allen drei Berliner Opernhäusern hat Angela Merkel letztendlich so viel Geld in die Waagschale geworfen, dass selbst Klaus Wowereit – Regierender Bürgermeister und Kultursenator Berlins in Personalunion – nicht mehr anders konnte, als zumindest einem der Häuser eine gesicherte Zukunft zu eröffnen.

Prompt zetert man beim Tagesspiegel:

Das Ganze – ein Unding. Ein Kuhhandel und politisches Bubenstück. Eine erpresserische Affäre. Und eine einzige himmelschreiende Ungerechtigkeit.

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Neulich…

10. Dezember 2007

… im Orchestergraben:

“Und, am Freitag Tristan und Isolde gesehen? Die Liveübertragung aus der Mailänder Scala, mit Barenboim am Pult?”
“Och, weißt du, ich interessier mich nicht so für klassische Musik…”

War trotzdem toll. Findet auch der Tagesspiegel, dem ich deshalb nicht mal übel nehmen kann, die Deutsche Staatsoper “Unter den Linden” wieder zur “Lindenoper” verniedlicht zu haben.

Ein Musiker also …

4. Dezember 2007

Falls man in Berlin jemandem – potenziellen neuen Vermietern beispielsweise – auf die Nase binden muss, dass man Orchestermusiker ist, kann man sich auf einiges gefasst machen. Beispielsweise auf die Nachfrage, was man hauptberuflich mache. Oder ob man Musik wirklich studieren könne. “Nee”, wollte ich dann immer sagen, “eigentlich bin ich Facharzt in der Charité, aber ich fahre jeden Abend in die Deutsche Staatsoper, um dort fünfstündige Wagner-Opern zu spielen.” Tatsächlich gesagt habe ich das nie. Aus Angst, der typische Berliner könnte es mit einem “ach so” abnicken.

In Leipzig ist das anders. Beim letzten potenziell neuen Vermieter folgte auf meine Angabe “Orchestermusiker” direkt die Nachfrage: “Im Gewandhaus?” Ehe ich mich versah, steckte ich mitten in einer Diskussion um Wagners Rienzi, angeblich klappernde Blechbläsereinsätze und die letzten Kritiken der Leipziger Volkszeitung. Klasse war auch der Anruf letzten Donnerstag. Da hatte mir der potenziell neue Vermieter eigentlich gar nichts Neues zur Mietsituation in Leipzig mitzuteilen, sondern wollte nur mal fragen, ob sich der Besuch des Konzertes am Freitag lohnen würde.

Nur eine Sorge verbindet sie alle, neue wie alte Vermieter:

“Haben Sie vor, in der Wohnung auch zu üben?”