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	<title>bass-blog.de &#187; DRM</title>
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		<title>Spore und sein Kopierschutz III</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Sep 2008 07:36:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Chris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Videospiele]]></category>
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		<description><![CDATA[Möglichkeiten, sich über Electronic Arts aufzuregen, gab es in der Vergangenheit zwar auch schon zur Genüge, aber so einfach wie bei der aktuellen Diskussion um das Nutzungskontrollsystem in Spore haben sie es einem echt noch nie gemacht. Nach all den negativen Kundenreaktionen, vor allem bei Amazon.com, verteidigte jetzt Mariam Sughayer von EA gegenüber Gamasutra den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://bass-blog.de/wp-content/uploads/2008/09/ea3.png" class="lead" alt="EA" />Möglichkeiten, sich über Electronic Arts aufzuregen, gab es in der Vergangenheit zwar auch schon zur Genüge, aber so einfach wie bei der aktuellen <a href="http://bass-blog.de/spiele/spore-und-sein-kopierschutz/" title="Teil 1 dieser Artikelserie">Diskussion um das Nutzungskontrollsystem</a> in <em>Spore </em>haben sie es einem echt noch nie gemacht. Nach all den negativen Kundenreaktionen, vor allem bei <a href="http://www.amazon.com/Spore-Mac/dp/B000FKBCX4/">Amazon.com</a>, verteidigte jetzt Mariam Sughayer von EA gegenüber <a href="http://www.gamasutra.com/php-bin/news_index.php?story=20218" title="Electronic Arts Responds To Spore DRM Criticism">Gamasutra</a> den Einsatz der Onlineauthentifikation und die Beschränkung auf lediglich drei mögliche Aktivierungen.<span id="more-201"></span></p>
<p>Statistiken machen sich für Verteidigungsstrategien immer gut, deshalb hat auch Sughayer ein paar davon im Gepäck: Weniger als 25 Prozent der EA-Kunden würden PC-Titel auf mehr als einem Computer aktivieren und die relative Anzahl an Kunden, die mehr als drei Aktivierungen benötigt, läge sogar bei unter einem Prozent. Kaum der Rede wert. Drehen die Kommentatoren bei Amazon.com also völlig grundlos frei? Ist eigentlich alles gar nicht so schlimm?</p>
<p>Doch, ist es! Denn die einzigen EA-Titel, die bisher die Beschränkung auf drei Aktivierungen mitbringen, sind <em>Mass Effect</em>, der<em> Spore Creature Creator</em> und <em>Spore </em>selbst. Letzteres ist gerade erst erschienen und selbst <em>Mass Effect</em> ist noch keine vier Monate auf dem Markt. Wer tauscht schon innerhalb von vier Monaten drei Mal seinen Computer aus? Kritisch wird es erst, wenn man einen Blick auf die nächsten fünf bis zehn Jahre wirft. Ich habe das Spiel bezahlt, ich will es auch in einem Jahrzehnt noch spielen können. <em>Baldur&#8217;s Gate</em> kann ich anstandslos heute aus dem Regal nehmen, installieren und spielen, dabei habe ich es seit 1998 mit Sicherheit schon auf mehr als drei Computern gespielt. Mit <em>Mass Effect</em> und <em>Spore</em> wird das dereinst nicht gehen.</p>
<p>Unwahrscheinlich, dass man sich dessen bei EA nicht bewußt ist. Wenn man es aber weiß, dann weiß man auch um die Wertlosigkeit der Statistiken, die man wie Blendgranaten unters Volk wirft.</p>
<p>Ebenso verhält es sich mit Sughayers Vergleich des <em>Spore</em>-Kopierschutzes mit iTunes. Es stimmt zwar, dass auch iTunes für das Abspielen von kopiergeschützter Musik nach einer Aktivierung verlangt und dass diese Aktivierung nur auf einer begrenzten Anzahl von Computern möglich ist. Aber iTunes gibt mir die Kontrolle über diese Aktivierungen: Ich kann jederzeit einsehen, wieviele ich schon verbraucht habe, ich kann im Gegensatz zu <em>Spores</em> SecuROM-Kopierschutz Computer jederzeit auch wieder deaktivieren und nicht zuletzt kann ich im unwahrscheinlichen Fall, durch eigene Unachtsamkeit alle fünf möglichen Aktivierungen irgendwie verschludert zu haben, mit einem Knopfdruck <strong>alle</strong> bisherigen Aktivierungen rückgängig machen und sie neu vergeben.</p>
<p>Bemerkenswert, wie es EA schafft, alle Sympathien mit einem Schlag wieder zu verspielen, die man seit John Riccitiellos Amtsübernahme mühsam aufzubauen versucht hat. Und es bringt überhaupt nichts: Laut <a href="http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2008/09/14/AR2008091400885.html" title="Spore And The Great DRM Backlash">Washington Post</a> ist <em>Spore</em> auf dem besten Wege, das am häufigsten illegal heruntergeladene Spiel aller Zeiten zu werden.</p>
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		<title>Spore und sein Kopierschutz II</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Sep 2008 16:33:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Chris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Videospiele]]></category>
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		<description><![CDATA[Inzwischen hat man sich auch bei heise online mit Spore und SecuROM auseinandergesetzt und redet dort nicht nur von einem Kopierschutz, sondern von einem Nutzungskontrollsystem. Ansonsten enthält der Artikel leider viele Solls und Wie-es-heißts. &#8220;Eine wiederholte Installation auf demselben Rechner soll &#8230; problemlos möglich sein.&#8221; Oder: &#8220;Wie es heißt, bekommt derjenige, der das aktivierte Spiel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://bass-blog.de/wp-content/uploads/2008/09/ea2.png" class="lead" alt="EA" />Inzwischen hat man sich auch bei <a href="http://www.heise.de/newsticker/Spore-Aerger-ueber-Kopierschutz-Update--/meldung/115804">heise online</a> mit<em> Spore </em>und SecuROM auseinandergesetzt und redet dort nicht nur von einem Kopierschutz, sondern von einem <strong>Nutzungskontrollsystem</strong>. Ansonsten enthält der Artikel leider viele Solls und Wie-es-heißts. &#8220;Eine wiederholte Installation auf demselben Rechner soll &#8230; problemlos möglich sein.&#8221; Oder: &#8220;Wie es heißt, bekommt derjenige, der das aktivierte Spiel deinstalliert, während der Rechner online ist, rechnerisch eine Erstinstallation gutgeschrieben.&#8221; Von heise hätte ich eher erwartet, dass man sich nicht auf Hörensagen und Produktbeschreibungen verlässt, sondern das tatsächlich auch mal in der Praxis ausprobiert. Insbesondere das angebliche Gutschreiben einer Aktivierung, wenn man <em>Spore </em>deinstalliert. Abgesehen von heise online hat bisher noch niemand behauptet, dass das tatsächlich geschehen würde.</p>
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		<title>Spore und sein Kopierschutz</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Sep 2008 19:13:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Chris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Videospiele]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer derzeit plant, Spore über Amazon.de zu kaufen, dürfte bei einem Blick auf die Kundenbewertungen des Spiels stutzig werden: lediglich anderthalb von möglichen fünf Punkten bekommt das Spiel. Mal ehrlich, so schlecht ist Will Wrights digitale Galaxie nun auch wieder nicht. Was führt also zu dieser bedenklichen Bewertung? SecuROM, der von Electronic Arts für Spore [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://bass-blog.de/wp-content/uploads/2008/09/ea.png" class="lead" alt="EA" />Wer derzeit plant, <em>Spore </em>über <a href="http://www.amazon.de/Electronic-Arts-Spore/dp/B000FII89C/">Amazon.de</a> zu kaufen, dürfte bei einem Blick auf die Kundenbewertungen des Spiels stutzig werden: lediglich anderthalb von möglichen fünf Punkten bekommt das Spiel. Mal ehrlich, so schlecht ist Will Wrights digitale Galaxie nun auch wieder nicht. Was führt also zu dieser bedenklichen Bewertung? SecuROM, der von Electronic Arts für <em>Spore </em>und <em>Mass Effect</em> verwendete Kopierschutz. Wenn man eines der beiden Spiele auf seinen heimischen PC lässt, verwundert die Einschätzung der Amazon-Kunden trotzdem erst einmal: davon, dass SecuROM installiert wird, bekommt man praktisch nichts mit. Das Spiel wird installiert, beim ersten Start über das Internet aktiviert und anschließend darf die DVD samt Verpackung im Regal verschwinden. Endlich müssen nicht mehr, wie zu schlimmsten StarForce-Zeiten, Treiber installiert werden, die einen Neustart des Systems erfordern. Endlich muss die Spiele-DVD während des Programmstarts nicht mehr im Laufwerk liegen. Wer mehrere Spiele gleichzeitig auf der Festplatte hat, müsste es doch eigentlich zu schätzen wissen, nicht mehr ständig zum Discjockey zu mutieren.</p>
<p>Wo ist also der Knackpunkt?<span id="more-185"></span></p>
<p>Die Online-Aktivierung von SecuROM funktioniert nicht unbegrenzt oft, sondern im Falle von <em>Spore </em>und <em>Mass Effect</em> nur ganze drei Mal. Erwähnt wird das weder auf der jeweiligen Verpackung noch im Handbuch, sondern nur auf den Webseiten der genannten Spiele. Entsprechende Unklarheit herrscht bei den Kunden darüber, was diese Einschränkung überhaupt bedeutet. Bei Amazon ist vielfach die Rede davon, <em>Spore </em>könne insgesamt nur drei Mal installiert werden, doch zutreffend ist das nicht.</p>
<p>SecuROM wird mit dem jeweiligen Spiel installiert, allerdings nicht wieder vom Computer entfernt, wenn man das Spiel deinstallieren sollte. Die Daten über die bisher erfolgten Aktivierungen verbleiben auf dem Rechner, im Falle von Windows Vista im Unterverzeichnis <code>Benutzer\%Benutzername%\AppData\Roaming\SecuROM</code>, also in einem Ordner, den man, wenn man denn regelmäßige Backups seines Computers anlegt, sowieso mit sichern sollte. Daraus folgt, dass <em>Spore</em>-Neuinstallationen auf ein- und demselben, unveränderten Rechner prinzipiell unbegrenzt oft möglich sind, weil zwar eine erneute Online-Authentifizierung beim EA-Server, aber keine erneute Aktivierung erforderlich ist.</p>
<p>Darüber hinaus kann man sagen, dass mit Sicherheit eine neue Aktivierung fällig wird, wenn man sich einen neuen Computer kauft. Das weite Land zwischen diesen beiden Extremfällen ist allerdings weitestgehend unaufgeklärt. Nicht einmal eine heute <a href="http://eu.spore.com/extra/?id=11182&amp;lang=de">von EA veröffentlichte FAQ</a> schafft da wirklich Abhilfe:</p>
<blockquote><p><strong>F: Muss ich das Spiel nach dem ersten Start erneut authentifizieren?</strong><br />
<strong>A:</strong> Du musst das Spiel nur erneut authentifizieren, wenn du größere Veränderungen an der Hardware deines PCs vornimmst, deine Festplatte neu formatierst oder manchmal auch, wenn du auf eine höhere Version deines Betriebssystems wechselst. Mehrfache Installationen des Spiels auf demselben Rechner werden nicht von der Gesamtanzahl an Computern, auf denen du es installieren kannst, abgezogen.</p></blockquote>
<p>Hey, wer hat da gerufen, die Aussage des letzten Satzes würde dem Rest des Absatzes widersprechen? Das könnte man so deuten, allerdings nur, weil der schwammig formulierte Frage-und-Antwort-Bogen überhaupt keine Unterscheidung trifft zwischen den höchstens drei gestatteten Aktivierungen und dem Authentifizierungsvorgang als solches. Wenn ich nun die Festplatte neu formatiere, Windows neu installiere, dereinst auf den Nachfolger von Vista umsteigen oder meinen Rechner aufrüsten werde: Wie lange gilt mein Computer in den Augen von SecuROM noch als &#8220;derselbe Rechner&#8221;?</p>
<h3>&#8220;Kunden für dumm verkaufen&#8221; für Anfänger</h3>
<p>Letztendlich ist es die Unsicherheit darüber, wie oft und zu welchen Bedingungen ich das von mir bezahlte Vollpreisspiel erneut installieren kann, die die Kunden gegen SecuROM auf die Barrikaden treibt. Da nützt auch EAs Vergleich von SecuROM mit den DRM-Maßnahmen der Musikindustrie wenig: in Apples iTunes kann ich jederzeit nachprüfen, wie viele Computer ich zum Abspielen meiner gekauften Musik aktiviert habe, ich kann die Computer auch wieder <strong>de</strong>aktivieren und &#8211; noch wichtiger! &#8211; falls ich einmal durch Unachtsamkeit alle fünf Aktivierungen aufgebraucht haben sollte, kann ich mit einem einfachen Knopfdruck <strong>alle</strong> bisher getätigten Aktivierungen rückgängig machen. Letzteres funktioniert zwar nur einmal pro Jahr, aber das reicht ja schon, um mir die Sicherheit zu geben, meine im iTMS gekaufte Musik auch in zehn Jahren noch hören zu können.</p>
<p>Die Sicherheit, <em>Spore</em> noch in zehn Jahren spielen zu können, habe ich trotz des Verkaufspreises von 60 Euro nicht. Weil ich als Benutzer von EAs Software nirgendwo die Möglichkeit habe, einzusehen, wieviele Aktivierungen ich schon verbraucht habe. Ich kann Aktivierungen nirgends zurücksetzen. Falls sich das Spiel nicht mehr installieren lässt, bekomme ich vom kostenpflichtigen(!) EA-Support vielleicht(!) eine(!) weitere Aktivierung zugestanden. Wenn ich nett bin und die Notwendigkeit einer weiteren Aktivierung plausibel erklären kann.</p>
<p>Und gegen wen richten sich diese drakonischen Maßnahmen? Nicht in erster Linie gegen Raubkopierer. <em>Spore</em> ist längst gecrackt im Internet verfügbar. Die Online-Aktivierung ist insbesondere ein Schlag gegen den Handel mit Gebrauchtspielen. Die sind dem Publisher ein Dorn im Auge, weil er am Weiterverkauf einmal bezahlter Spiele nichts mehr verdienen kann. <em>Spore</em> an Freunde zu verleihen, dürfte so gut wie unmöglich sein, denn das verbraucht unumgänglich mindestens eine meiner kläglichen drei Aktivierungen. <em>Spore</em> gebraucht im Internet zu kaufen, würde von geradezu unfassbarer Naivität zeugen, denn bevor ich das bezahlte Paket in Händen halte, kann ich nicht sicher sein, dass der Vorbesitzer auch nur eine einzige der drei Aktivierungen übrig gelassen hat. Hat er das nicht, habe ich viel Geld für eine Produktverpackung bezahlt, ohne das enthaltene Spiel spielen zu können.</p>
<p>Auf diese Weise wird ein Schuh daraus, seine Kunden bewußt über die genauen Modalitäten des Kopierschutzes im Unklaren zu lassen. Wir bekommen das Zuckerbrot des Spielstarts ohne DVD im Laufwerk in der Hoffung, dass wir die Peitsche der Onlineaktivierung kaum spüren werden. Eine Reihe von Kunden hat sie dennoch gespürt und ihrem Unmut darüber bei Amazon Ausdruck verliehen. Meiner Meinung nach zu Recht.</p>
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		<title>Telefonische Aktivitäten</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Dec 2006 09:28:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Chris</dc:creator>
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		<category><![CDATA[DRM]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein hier namentlich nicht genannter Arbeitskollege und Freund von Flugsimulationen entschied sich schon kurz nach Erscheinen des Flight Simulator X, diesen in der Deluxe-Ausführung zu erwerben, weil er aufgrund der stark verharmlosenden Angaben auf der Packung davon ausging, dass das Produkt bei ihm schon zufriedenstellend laufen werde. Welch eklatante Fehleinschätzung! Trotz versuchter Hardwareaufrüstung sah sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://bass-blog.de/wp-content/uploads/2008/09/fsx1.png" class="lead" alt="Flight Simulator X" title="Flight Simulator X" width="50" height="50" />Ein hier namentlich nicht genannter Arbeitskollege und Freund von Flugsimulationen entschied sich schon kurz nach Erscheinen des <em>Flight Simulator X</em>, diesen in der Deluxe-Ausführung zu erwerben, weil er aufgrund der stark verharmlosenden Angaben auf der Packung davon ausging, dass das Produkt bei ihm schon zufriedenstellend laufen werde.</p>
<p>Welch eklatante Fehleinschätzung! Trotz versuchter Hardwareaufrüstung sah sich der <em>FSX</em> auf seinem Rechner nicht zu mehr als Einzelbildansichten in der Lage. Also widmete sich besagter Kollege zähneknirschend wieder dem Vorgänger und vermachte mir das ausrangierte Produkt. Im Grunde gut für mich, hätte mich der <em>FSX</em> nach der endlos lang dauernden Installation, während der er knappe 15 Gigabyte auf die Festplatte wuchtete, nicht direkt in die Vorhölle der Produktaktivierung verbannt.<span id="more-187"></span></p>
<p>Möchte man länger als dreißig Minuten durch die Lüfte gleiten, erwartet der <em>FSX</em> nämlich ähnlich wie Windows eine Aktivierung, wahlweise über das Internet oder per Telefon. Dafür ist die DVD im Laufwerk zukünftig nicht mehr nötig. Eigentlich ein fairer Tausch, würde es denn funktionieren. Doch das tat es bei mir nicht. Die Anzahl der möglichen Produktaktivierungen mit dieser Seriennummer sei bereits überschritten, meldete das Installationsprogramm. Wenn ich der Meinung wäre, zu Unrecht nicht spielen zu können, solle ich mich doch bitte telefonisch mit Microsoft in Verbindung setzen. Da ich die Originalverpackung samt DVDs und Kassenbon vor mir auf dem Schreibtisch liegen hatte, war ich dieser Meinung.</p>
<h3>Erster Anlauf</h3>
<p>Am Telefon fordert mich eine Computerstimme auf, den etwa vierzigstelligen Code einzugeben, den das Installationsprogramm aus meiner Seriennummer generiert hat. Klar, kein Problem, man hat ja Zeit. Danach teilt mir die Stimme lapidar mit, was mir auch das Programm zur Internetaktivierung schon sagte: Keine Freischaltung mit dieser Seriennummer.</p>
<p>Um das Problem zu lösen, verbindet mich der Computer endlich weiter zu einem menschlichen Mitarbeiter, der mir mitteilt, dass er wegen eines nicht näher spezifizierten Problems meine Seriennummer aktuell leider nicht freischalten könne, ich solle doch in ein paar Stunden noch einmal anrufen.</p>
<p>Hrmpf.</p>
<h3>Zweiter Anlauf, tags darauf</h3>
<p>Vierzigstelligen Code eingeben, Freischaltungsverweigerung, Sie werden verbunden. Die nette Kundendienstmitarbeiterin am Apparat fragt mich, ob das die erste Installation des Produktes sei. Ich antworte wahrheitsgemäß, es wäre die dritte. Ist das Produkt noch auf weiteren Rechnern installiert? Nein, ist es nicht mehr. Sie bedankt sich, im Anschluss liest mir eine Stimme vom Band einen weiteren vielstelligen Code vor, den ich in das Installationsprogramm eingebe. Und siehe da, es funktioniert! Operation Freischaltung erfolgreich abgeschlossen.</p>
<h3>Dritter Anlauf, heute</h3>
<p>Der dritte Versuch wäre zugegebenermaßen nicht nötig gewesen. Ich habe den <em>FSX</em> von der Festplatte entfernt und danach wieder installiert. Einfach so. Um zu sehen, was hinsichtlich der Aktivierung passiert. Die Antwort: Es passiert gar nichts. Der Status bleibt offenbar auch nach einer Deinstallation im System erhalten, die erneute Installation konfrontierte mich nämlich mit überhaupt keiner Meldung zum Thema, sondern funktionierte gleich vom Start weg ohne Einschränkungen.</p>
<h3>Abschlussgedanken</h3>
<p>Im Prinzip ist die Aktivierung im Austausch gegen eine ständig im Laufwerk rotierende DVD ja ein hervorragender Deal. Aber sind lediglich zwei Produktaktivierungen bei sich ändernder Hardware nicht ein bisschen knapp bemessen? Immerhin ist der <em>FSX</em> ein ressourcenverschlingendes Monster, das sicher den einen oder anderen Enthusiasten dazu bringen wird, viel Geld im nächsten Hardwareshop zu lassen. Wenn man innerhalb der Lebensdauer des neuen <em>Flight Simulator</em> seinen Rechner dann auch nur ein weiteres Mal gründlich aufrüsten oder gar komplett ersetzen will, kommt man um ein Telefonat mit der Hotline praktisch nicht mehr herum. Und das ist durch die überzogen langen Codes, die fehlerfrei abgetippt werden müssen, eine echt nervige Erfahrung.</p>
<p>Abgesehen davon macht das Aktivierungsprozedere einen Weiterverkauf des Spiels praktisch unmöglich. In meinem Falle weiß ich, dass mein Kollege den <em>Flight Simulator X</em> tatsächlich nicht mehr auf seiner Festplatte hat. Aber wenn ich ein bereits geöffnetes Spiel über eBay ersteigert hätte, was nicht allzu schwierig ist, weil auch andere Spieler an den Hardwareanforderungen scheitern, hätte ich der Kundendienstmitarbeiterin wirklich mit absoluter Sicherheit sagen können, dass das Programm ausschließlich auf meinem Rechner installiert ist? Hätte ich nicht. Wie auch. Dank der fehlenden DVD-Abfrage könnte der <em>FSX</em> noch jahrelang auf dem PC des Versteigerers weiterlaufen, auch wenn längst ich die Originalmedien besitze.</p>
<p>Diesen ganzen Ärger hätte Microsoft durchaus erheblich reduzieren können, wenn man die Aktivierungsfunktionen nicht einfach blind aus Software wie Windows und Office übernommen hätte.   Ganz spontan hielte ich es beispielsweise für eine ausgezeichnete Idee, analog zur Aktivierung auch eine Deaktivierung anzubieten. Warum wird die Seriennummer eigentlich nicht wieder freigegeben, sobald ich den <em>FSX</em> deinstalliere?</p>
<p><em>(ursprünglich bei <a href="http://d-frag.de/blog/2006/12/12/telefonische-aktivitaten">d-frag.de</a>) </em></p>
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