Beiträge mit Tag ‘Kontrabass’

Distler in Merseburg

12. September 2008

MerseburgNur so nebenbei und für den unwahrscheinlichen Fall, dass einer von euch am nächsten Montag im schönen Merseburg weilen sollte: dort finden gerade die 38. Merseburger Orgeltage statt und im Rahmen des Großen Abendkonzertes im Dom spielt das Neue Bachische Collegium Musicum unter anderem das dritte Brandenburgische Konzert von J. S. Bach und das Konzert für Cembalo und Streichorchester von Hugo Distler. Da Streichorchester laut Patrick Süßkind überhaupt erst anfängt, sobald ein Kontrabass dabei ist, braucht man natürlich auch Kontrabassisten, in diesem Falle Karsten Heins – seit August im Gewandhausorchester – und mich.

Archäologie

23. Januar 2008

Seit dreieinhalb Jahren habe ich nun sowohl mein Diplom als auch meinen Job hier in Leipzig. Dreieinhalb Jahre, in denen ich oft mit dem Orchester, seltener für Kammermusik und nie komplett alleine auf der Bühne stand. Nun steht das nächste Probespiel an und es wird Zeit, die damals so häufig gespielten Solokonzerte wieder auf Vordermann zu bringen.

Das erste Durchspielen des h-moll-Konzerts von Bottesini erinnerte mich frappierend an die Besichtigung der Akropolis im letzten Frühjahr. War ich im ersten Moment noch erfreut, wieviel der alten Pracht sich zumindest noch erahnen ließ, wurde mir bei einem Blick auf die Details schnell klar:

Mit etwas Staubwischen ist es hier nicht getan.

Frisches Harz

27. Dezember 2007

Pops Bass Rosin

Eigentlich ist die Sache ja ganz einfach: Wenn du ein Streichinstrument spielst, seifst du die Pferdehaare an deinem Bogen regelmäßig mit Baumharz (so-called Kolophonium) ein, damit die Bogenhaare beim Spielen nicht tonlos über die Saiten flutschen, sondern leicht kleben und die Saiten deines Instruments in Schwingungen versetzen können.

In der Praxis wird es natürlich etwas komplizierter. Das bei uns gerne verwendete Pops Bass Rosin ist eine sehr weiche Variante des Kolophoniums, die hervorragend greift, solange sie frisch ist, aber relativ schnell austrocknet, spröde wird und ihre sehr guten Klangeigenschaften Stück für Stück verliert. Problematisch ist das deshalb, weil man bei Pops seit einigen Jahren das Abfülldatum nicht mehr auf die Packungen stempelt. Was hier in Deutschland im Musikalienhandel herumsteht, kann durchaus Monate bis Jahre alt sein.

Um an Portionen zu kommen, die nach Möglichkeit nur einige Wochen alt sind, bezieht man seine “Talentschmiere” also am besten direkt dort, wo sie hergestellt wird. Was für unsere Bassgruppe heute hieß:

Wir haben Post aus Texas!

Das dort oben auf dem Foto ist mein Cake fürs neue Jahr und wird direkt mit Beethovens neunter Sinfonie eingeweiht. Dabei war das Cake von 2007 noch nicht mal zur Hälfte aufgebraucht.