MacBook Air

MacBook Air

Gestern hat Steve Jobs nun Apples lange erwartetes Subnotebook vorgestellt. Wird irgend jemand schlau daraus? Das schicke Aluminiumgehäuse, die beleuchtete Tastatur und nicht zuletzt die vom iPhone bekannten Tricks wie Zoomen, Drehen und Blättern durch Gesten auf dem Touchpad sähe ich lieber heute als morgen auch am normalen MacBook. Gerade dort werden wir aber vermutlich noch länger darauf warten müssen, weil Apple nicht so einfach drei von vier Kaufgründen für seinen neuen Schönling eliminieren wird.

Kaufgrund Nummer Vier wären das geringe Gewicht und das schlanke Gehäuse. Gerade letzteres ist aber teuer erkauft. Mit einem eingebauten DVD-Laufwerk rechnet bei Subnotebooks sowieso niemand ernsthaft, aber der nicht selbst auswechselbare Akku ist ebenso ein Minuspunkt wie die geringe Anzahl an Anschlüssen: Wem reicht denn heutzutage noch ein Kopfhörer- und ein Mini-DVI-Ausgang sowie ein einzelner USB-Port? Der unglaublich dünne Displaydeckel sieht schon im auf der Macworld gezeigten Werbefilm alles andere als verwindungssteif aus – man achte mal auf das Zuklappen des Deckels gegen Ende des Films. Eine andere Schwachstelle legt die Werbung auch gleich offen: Kaum irgendeine Art von tragbaren Computern wird so viel herumreisen und so vielen unterschiedlichen Lichtverhältnissen ausgesetzt sein wie eben gerade Subnotebooks, weshalb es die denkbar schlechteste Idee ist, ausgerechnet diese extrem spiegelnden Glossy-Displays zu verbauen. Viel Spaß im Park!

Sony Vaio PCG-N505VX

Gut, für mich kommt ein Subnotebook heute sowieso nicht mehr in Frage. Zu sehr habe ich mich an das vielfältig einsetzbare 13-Zoll-MacBook gewöhnt, mit dem ich regelmäßig eben jene DVDs schaue, die Steve Jobs mit seinem neuen iTunes-Videoverleih nun am liebsten für unnötig erklären würde, mit dem ich dank FireWire-Anschluss, aufrüstbarem Arbeitsspeicher, zwei USB-Anschlüssen für Festplatten und nicht zuletzt dem DVD-Brenner mit Leichtigkeit auch Filme selber schneiden und auf DVD der Verwandtschaft zukommen lassen kann. Dass es auch noch 600 Euro weniger kostet als das neue MacBook Air, lässt mich mit seinen paar zusätzlichen Gramm auf den Hüften gut leben.

Sein Vorgänger in meinem Haushalt war allerdings ein Subnotebook: ein Sony Vaio PCG-N505. Gut, der Name klingt nicht ganz so fluffig wie »Air«, meinen Vorstellungen von einem Subnotebook kam die kleine Schachtel aber erheblich weiter entgegen. Vorgestellt haben es die Japaner irgendwann um die Jahrtausendwende, ich hab meins 2004 gebraucht gekauft. Mit seinen 266 MHz und lediglich 128 MByte RAM schleicht es heute zwar ziemlich dahin, das 10-Zoll-Display liefert mit einer Auflösung von 1024×768 aber immer noch gestochen scharfe Bilder, die Tastatur ist zwar klein, aber ausgesprochen brauchbar, der inzwischen zweite oder dritte Akku hielt ursprünglich mal sechs, heute immerhin noch drei Stunden durch und das Gerät sieht unter anderem dank seines widerstandsfähigen magnesiumbeschichteten Deckels immer noch vorzeigbar aus.

Wozu ein Gerät mit solch eingeschränkten Verwendungsmöglichkeiten die drei zusätzlichen Zoll Displaygröße des MacBook Air brauchen sollte, ist mir nicht ganz klar. Sicher sind die Ausmaße von Apples neuem Schmuckstück immer noch voll aktentaschenkompatibel, und eine Tastatur in Standardmaßen braucht definitiv weniger Einarbeitungszeit als die Miniaturtasten des PCG-N505. Aber insgesamt erschien mir die geringe Größe des Sonys immer als Vorteil, schließlich passt das Ding selbst in den vollsten Koffer noch irgendwie rein. Beim schlanken und nicht unbedingt so verwindungssteifen MacBook Air hätte ich da Angst. Gerade die geringen Ausmaße sorgen dafür, dass das kleine Vaio trotz seines Alters auch heute noch ein Hingucker ist.

Mal sehen, wie viele MacBook Airs der ersten Generation in sechs oder sieben Jahren noch im Einsatz sein werden. Ich tippe auf einen Wert irgendwo zwischen »nicht so viele« und »gar keins«.

Update: Das MacBook Air im Vergleich mit der Konkurrenz bei heise online.

Aber unterwegs macht das Arbeiten mit dem MacBook Air sowieso nur eingeschränkt Spaß, weil eine Internetverbindung nur im Bereich von WLAN … und Hotspots gegeben ist. UMTS oder wenigstens EDGE fehlen weiterhin und lassen sich mangels PCMCIA-Slot auch nicht nachrüsten – und damit steht Apple alleine auf weiter Flur, denn alle anderen Hersteller haben mittlerweile mehrere Modelle mit zumindest optionalem UMTS-Modem im Programm… Immerhin kommt man mit dem MacBook Air per Bluetooth und Handy ins Internet – sofern man sich nicht das hauseigene iPhone gekauft hat, bei dem diese seit Jahren in allen Smartphones eingebaute Funktion fehlt.

Geht man nach den versprochenen Eigenschaften, gelingt Apple ein beachtlicher Einstieg in die Subnotebook-Welt – und der war bitter nötig, denn bislang war Apple der einzige Hersteller, der kein Notebook unter 2,3 Kilogramm in Angebot hatte. Doch trotz der dutzenden verfügbaren Modelle hat Apple nicht nur eine bisher nicht dagewesene Kombination aus Eigenschaften gefunden, sondern auch eine besonders interessante.

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Ein Kommentar zu “MacBook Air”

  1. Christian

    Dem Vernehmen nach soll ja tatsächlich dieser Tage ein neues Macbook / Pro erscheinen, das dieses Feature besitzt.
    Habs, glaube ich, bei SpoN gelesen.

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